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Wo ist die Freude hin?

Einen nachdenklich stimmenden Leitartikel über die verloren gegangene Freude am Reiten gibt es in der aktuellen Printausgabe des Hestablaðið Seisei zu lesen.

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Freude am Reiten auf Kosten des Pferdes? Foto: Dagmar Trodler/Iceland Review

Der Artikel greift einen Text im Pferdezuchtkatalog 2013 auf, in welchem die Gefährlichkeit der “Negativdebatte” in den Medien beklagt wird.

Harte Worte und schlechte Bilder würden das Image der Reiterei untergraben, so wird der Text zitiert, man würde ja nur noch von Tierquälerei, schlechten Richtern und umstrittenen Ausbildungsmethoden lesen, und das sei nicht gerade das, womit die Gemeinschaft der Reiter Aufmerksamkeit erregen wolle. Dahinter steckten oft sogar Fachleute und Profis. Wo sei bloß die Freude hin, die uns zum Pferd gezogen habe?

Guðmundur Björgvinsson, der Sieger des letztjährigen Meistaradeild, wird mit den Worten zitiert, die Diskussion um die Statistik der Maulverletzungen habe der Sache mehr Schaden als Nutzen gebracht, und Reiter sollten ihr Tun lieber von Grund auf überdenken, als es in den Medien aufzublasen.

Ohne Zweifel meine Guðmundur es nur gut, schreibt Hestablaðið Seisei, doch stecke der Teufel im Detail. Reiter würden sich nur zu gerne der Negativdebatte in der Presse entledigen, aber bitte ohne vor der eigenen Haustür zu kehren.

Wie könne man denn die Freude am Reiten wiedererlangen, wenn man gerade erfahren hat, dass man seinem Pferd Verletzungen zugefügt hat? Die Studien und Vetchecks der vergangenen Jahre hätten schwarz auf weiß gezeigt, dass ein Großteil der Reitpferde verletzt sei. Allzuviele Pferde seien sogar schwer verletzt. Das sei durch sämtliche Medien gegangen, ungeachtet dessen, ob Leser oder Zuhörer Ahnung von der Sache haben oder nicht.

Hestablaðið Seisei sieht die Verletzungen nicht als Privatsache der Verursacher. Vielmehr habe sich die Reiterwelt ganz offensichtlich verheddert. Der Zweck heilige die Mittel, und alles werde dem Erfolg und dem Geld untergeordnet.

Die Sehnsucht sei immer noch da, doch wolle man nicht dem Problem ins Gesicht schauen und mache einfach weiter wie bisher. Ignoriere, dass in Zuchtprüfungen manchem Reiter die Greifverletzungen wie ein Schatten folgten. Zuchtprüfungen seien nichts als brutaler Umgang mit dem Pferd, die Töltprüfung T1 gar eine Bankrotterklärung. Die Mauluntersuchungen beim Landsmót 2012 hätten ergeben, dass beinahe alle Pferde in den A und B Finals verletzt waren, einige sogar schwer.

Den Überbringer schlechter Nachrichten hinzurichten sei keine Lösung, schreibt das Hestablað. Vielmehr müsse die Reiterwelt den Mut aufbringen, sich der Debatte zu stellen und Veränderungen herbeizuführen.

Nur so könne sie sich die echte Freude am Reiten zurückerobern.

DT

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