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Wikileaks: US-Botschaft spricht von Sklaverei in Island

wikileaks-logoLaut Dokumenten, die 2006 in der Amerikanischen Botschaft in Island geschrieben wurden und zu denen auch visir.is durch Wikileaks Zugang hat, behandeln einige Isländische Männer, die ausländische Frauen heiraten, diese wie Sklavinnen, zwingen sie sogar zur Prostitution.

Laut visir.is wird der ehemalige Justizminister Björn Bjarnason von einigen der Botschaftsangehörigen beschuldigt, das Problem eventuellen Menschenhandels unter den Tisch gekehrt zu haben.

Eine Chinesin, die nach Island kam, um einen Isländer zu heiraten, musste drei Arbeitsstellen annehmen, um ihren Ehemann zu versorgen, der nach der Heirat seine Arbeit aufgab, berichtet das Dokument.

Sie bekam nur vier Stunden Schlaf pro Nacht und erlitt am Ende einen Nervenzusammenbruch. Einer ihrer Kollegen half ihr, Rechtsbeistand zu erhalten und von ihrem Ehemann geschieden zu werden.

Die Botschaft zitiert einen Anwalt von Althjódahús, dem Interkulturellen Zentrum in Reykjavík, der sagt, es gäbe viele Beispiele hübscher Osteuropäischer Frauen in den Zwanzigern, die nach Island kämen, um Männer in den Fünfzigern zu heiraten, die ihre Frauen aber anscheinend als eine Art Trophäe betrachteten.

Viele dieser Frauen arbeiten viele Stunden, bekommen ihren Lohn aber von ihren Männern weggenommen. Manche Männer gingen sogar so weit, anderen Männern gegen Geld ihre Frauen zu sexuellen Zwecken „auszuleihen“.

Die US-Botschaft scheint Daten über einen eventuellen Menschenhandel in Island gesammelt zu haben und Wikileaks hat einige Dokumente zu diesem Thema erhalten. Die Dokumente in diesem Artikel datieren zurück auf das Frühjahr 2006.

Die Papiere besagen auch, es schiene so, als gäbe es wenig politischen Willen, dieses potentielle Problem zu bewältigen, und behaupten, Bjarnason untergrabe die Möglichkeit, dass Risikogruppen wie ausländische Arbeitskräfte oder Prostituierte von ihren Arbeitgebern in Island ausgenutzt würden.

Die Schlussfolgerung der Botschaft scheint zu sein, dass, wenn es damals keine Gerichtsverfahren wegen Menschenhandels gegeben habe, das Problem nicht exsitent war. Allerdings sei es auch möglich gewesen, dass die Isländischen Behörden drohende Verfahren abschmetterten.

Wichtig ist, darauf hinzuweisen, dass die Isländischen Behörden nach 2006 eingeräumt haben, Menschenhandel sei ein Problem in Island – im März 2009 stellte die Regierung einen umfangreichen Aktionsplan gegen Menschenhandel vor.

Ein Jahr darauf wurde das erste Urteil wegen Menschenhandels in Island gesprochen.

Hier lesen Sie eine weitere Wikileaks-Geschichte.

Übersetzung: Gabriele Schneider.

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