Wasserträger erreichte nach 60 Jahren sein Ziel Skip to content

Wasserträger erreichte nach 60 Jahren sein Ziel

Die Skulptur „Vatnsberinn” („Der Wasserträger”) des bekannten isländischen Bildhauers Ásmundur Sveinsson (1893-1982) ist nach mehr als 60 Jahren am Zielort seiner Bestimmung – der Kreuzung der Strassen Bankastraeti und Laekjargata im Zentrum Reykjavíks – angekommen.

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„Der Wasserträger“. Foto: Páll Stefánsson.

Vor einigen Wochen hatte der Rat der Stadt Reykjavík den Vorschlag des Kunstmuseums Reykjavík angenommen, den Wasserträger im Zentrum aufzustellen, berichtete Morgunbladid.

„Der Wasserträger” (1936-37) entfachte seinerzeit heftige Debatten; man fand ihn nicht schön genug, um ihm einen Platz im Herzen der Hauptstadt einzuräumen; er sei eine Verfälschung des menschlichen Wesens.

„Die Leute fanden ihn hässlich und sonderbar, meinten er habe hängende Schultern, zu kurze Beine und sähe nicht aus wie ein normaler Mensch“, sagte Hafthór Yngvason, Direktor des Kunstmuseums Reykjavík. „Es war auch eine politische Frage […] an wen erinnert werden sollte und wie.”

Noch am Anfang des 20. Jahrhunderts gab es viele Menschen, die Wasser aus öffentlichen Brunnen holen und durch die Strassen der Stadt tragen mussten; die Statue erinnert an die harten Lebensbedingungen.

Anstatt im Zentrum wurde der Wasserträger im Garten des Bildhauers am Sigtún aufgestellt, wo sich heute auch das dem Künstler gewidmete Museum Ásmundarsafn befindet.

Später fand die Skulptur ihren bislang letzten Aufstellungsort am Hügel Öskjuhlíd, wo sich das Meteorologische Institut befindet.

Am 225. Jahrestag Reykjavíks, dem 18. August, wird die Statue in einem besonderen Festakt um 20 Uhr an der Kreuzung Bankastraeti und Laekjargata eingeweiht.

Einar Örn Benediktsson, Vorsitzender von Reykjavíks Kultur- und Tourismusrat, wird eine kurze Ansprache halten und dann spricht Yngvason über die Geschichte des Wasserträgers und seine Verbindung mit dem modernen Stadtbild und anderen Kunstwerken in der Umgebung.

Sveinsson war einer der Pioniere der isländischen Bildhauerei und auch wenn sein Werk anfangs oft nicht gut aufgenommen wurde, wird es nun als Ausdruck der isländischen Tradition des Geschichtenerzählens und von Gesellschaft und Natur im 20. Jahrhundert geschätzt.

bv

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