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Viele Isländer sind namenlos im Melderegister

Blær Bjarkardóttir, das Mädchen welches als „stúlka“ (Mädchen) im Melderegister geführt wird und deswegen den isländischen Staat per Gericht zwingen will, ihren Namen anzuerkennen, ist bei weitem nicht die einzige „Namenlose“ in Island.

children-laugard-fampark_pkThemenfoto: Páll Kjartansson.

Nach Angaben von mbl.is sind etwa 100 weitere Mädchen als „stúlka“ im nationalen Melderegister zu finden, und eine ähnliche Anzahl von Jungen, unter dem Namen „drengur“ (Junge).

Es gibt unterschiedliche Gründe, warum Kinder nicht mit ihrem Namen registriert sind. In vielen Fällen haben die Eltern einfach noch keinen Namen gefunden oder ihn noch nicht amtlich gemeldet.

Viele isländische Kinder, die im Ausland leben, sind in Island noch als stúlka bzw. drengur gemeldet, selbst wenn sie bereits zur Schule gehen.

In den Fällen, wo die Kinder in Island schulpflichtig sind und als stúlka/drengur im Melderegister stehen, sind die Namen, die die Eltern ausgewählt haben, durch das Namenskommitee nicht abgesegnet – wie etwa der Name Blær.

Drengur (Junge) wird als Eigename geführt. Derzeit gibt es in Island vier Personen mit diesem Namen.

Wenn in Island ein Kind zur Welt kommt, wird es amtlich gemeldet und erhält eine „kennitala“, die Personenkennziffer. Die Hebammen schicken alle notwendigen Daten an das Nationale Melderegister.

Isländische Staatsbürger, die im Ausland leben, können ihre Kinder in Island melden. Die Geburtsurkunden werden von den ausländischen Behörden ausgestellt.

Wenn das Kind zum Zeitpunkt der Beurkundung noch keinen Namen hat, verlangt das Melderegister eine neue Urkunde, sobald ein Name vergeben wurde, um die Meldedatei zu aktualisieren.

Der Rechtsstreit von Blær Bjarkardóttir hat im In- und Ausland Aufmerksamkeit erregt. Ihre Mutter Björk Eiðsdóttir sagte visir.is, dass sie den ganzen Donnerstag mit Interviews, etwa für CNN oder NBC, verbracht hätten.

Ihr Fall liegt derzeit vor Gericht, ein Urteil wird für den kommenden Monat erwartet. Wenn sie verliert, will sie vor das Oberste Gericht ziehen.

Der Name Blær bedeutet „leichter Wind“ und ist für Männer gebräuchlich. Es gibt nur eine Frau, die diesen Namen tragen darf.

Nach Angaben von visir.is hatte sich in ihrem Fall der Nobelpreisträger Halldór Laxness persönlich für sie eingesetzt. Eine seiner Romanheldinnen trägt den Namen Blær.

DT

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