Vergewaltigungs-Hotline soll geschaffen werden Skip to content

Vergewaltigungs-Hotline soll geschaffen werden

Eine Hotline für Vergewaltigungsopfer soll nach Debatten im Parlament zum Thema in naher Zukunft geschaffen werden.

althingi-voting-280910_pkIm Parlament. Themenfoto: Páll Kjartansson.

Derzeit gibt es keine spezielle Telefonnummer, die ein Vergewaltigungsopfer nach der Tat anrufen kann. Es besteht lediglich die Möglichkeit, die Notrufnummer 112 oder die Hotline des Roten Kreuzes 1717 anzurufen, von wo aus man an die entsprechenden Stellen weitergeleitet wird.

Die Professorin an der Juristischen Fakultät der Universität Reykjavík, Svala Ísfeld Ólafsdóttir, hatte das Problem bei einem Treffen mit dem Kommitee für Juristische Angelegenheiten und Erziehung am vergangenen Dienstag auf den Tisch gebracht. Bei dem Treffen war es vor allem um Möglichkeiten zur Bekämpfung von Kindesmissbrauch gegangen.

Die Sprecherin von Stígamót (das isländische Zentrum für Vergewaltigungsopfer), Guðrún Jónsdóttir und die Chefin des Büros für Menschenrechte, Margrét Steinarsdóttir, schlossen sich dem Vorschlag an, dass eine Hotline unbedingt geschaffen werden müsse.

Eine Hotline durch das Kinderhilfswerk war erst kürzlich geschlossen worden, weil sie sich als nicht hilfreich erwiesen hatte. Die Projektmanagerin der Organisation, Margrét Júlía Rafnsdóttir, sagte dem Fréttablaðið, die isländische Bevölkerung sei einfach zu klein, um einen solchen Service zu bezahlen, daher habe man die Hotline geschlossen.

Die meisten Anrufe hätten Freunde und Schulangelegenheiten betroffen. „Zum Glück hat es nur ganz wenige Anrufe gegeben, wo wir einschreiten mussten. Unserer Erfahrung nach enden die wirklich ernsten Vorfälle nicht am Telefon. Und eine Hotline für so wenig Benutzer ist einfach zu teuer“, sagte Margrét.

Die neuzuschaffende Hotline soll Opfern von sexuellen Übergriffen jedwegen Geschlechts oder Alters die Möglichkeit geben, sich von Fachleuten beraten zu lassen.

In den vergangenen Tagen ist in den Medien immer wieder zum Thema berichtet worden. Vorletzte Woche wurde ein Mann in Untersuchungshaft genommen, nachdem er vor laufender Kamera gestanden hatte, innerhalb der letzten fünf Jahrzehnte Dutzende von Kindern missbraucht zu haben.

Hier lesen Sie mehr dazu.

DT

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