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USA erwägt Aktionen gegen Islands Walfang

Der Handelsminister der USA Gary Locke hat gestern förmlich erklärt, Island untergrabe die Anstrengungen der Internationalen Walfangkommission (IWC), indem es gegen das globale Verbot des kommerziellen Walfangs verstosse.

Ein nicht namentlich genannter US-Beamter sagte der Nachrichtenagentur Associated Press (AP), die Obama-Administration werde sich auf das so genannte Pelly Amendment berufen, eine Klausel, die es erlaubt, eine Reihe von Aktionen gegen eine Regierung zu unternehmen, die die Wirksamkeit eines internationalen Schutzabkommens unterminiert.

Präsident Obama hat 60 Tage Zeit zu entscheiden, ob wirtschaftliche Massnahmen einschliesslich Handelssanktionen gegenüber Island eingeleitet werden sollen.

Laut AP beschäftigt sich die US-Regierung mit Islands Jagd auf Finnwale und dem Export von Walprodukten nach Japan und anderen Ländern, berichtete mbl.is.

Islands Walfangflotte hat in dieser Saison noch keinen einzigen Finnwal, jedoch 38 Minkwale erlegt. Die isländische Walfanggesellschaft Hvalur hf. wird im August entscheiden, ob der Finnwal in diesem Jahr überhaupt gejagt wird.

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Isländischer Walfänger. Foto: Isländische Küstenwache ICG.

Island hatte den Walfang für wissenschaftliche Zwecke wieder im Jahre 2004 aufgenommen. Der ehemalige US-Handelsminister Donald Evans gab damals eine förmliche Erklärung bezüglich des Pelly Amendments heraus, doch Präsident George Bush unternahm keine weiteren Schritte.

Aus der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA), der Wetter- und Ozeanografiebehörde der USA, verlautete laut AP, wenn Island einen internationalen Handel mit Walfleisch etabliere, unterlaufe es das offizielle Verbot des Walfangs. „Wahrscheinlich nehmen dann noch mehr Nationen den Walfang auf, ungeachtet der Tatsache, dass die Walbestände noch dabei sind, sich von den exzessiven Walfangmethoden im Zwanzigsten Jahrhundert zu erholen.“

Umweltschutzorganisationen haben die US-Regierung gedrängt, Massnahmen gegenüber Island zu ergreifen. Kate O’Connell von der Artenschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation Society (WDCS) erklärte gegenüber Iceland Review: „Präsident Obama hat die einmalige Gelegenheit, die Führungsrolle der USA in der Walfangfrage zu demonstrieren.“

Zusammen mit der Environmental Investigation Agency (EIA) hat die WDCS kürzlich unter dem Titel „Renegade Whaling“ (gnadenloser Walfang) eine Dokumentation über den isländischen Walfang herausgebracht. Island sei dabei, mit der Jagd auf die bedrohten Finnwale einen neuen Markt in Japan zu etablieren.

Seit 2008 habe die Firma Hvalur hf. 273 Finnwale geschlachtet und mehr als 1.200 Tonnen Walfleisch und-speck im Wert von umgerechnet 12 Millionen Euro exportiert. Weitere 2.500 Tonnen seien noch auf Lager.

Garry Locke sagte zu AP, die offizielle Erklärung werde sich auf einige Handlungsmöglichkeiten der US-Regierung beziehen.

Mögliche Aktionen sind sowohl das vollständige Importverbot von Fischereiprodukten isländischer Firmen, die mit der Walfangindustrie verbunden sind, wie auch diplomatische Massnahmen. So könnten Besuche US-amerikanischer Politiker in Island zurückgehen und die Zusammenarbeit beider Ländern auf verschiedenen Gebieten könnte leiden.

Vergangene Woche fand die 63. Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission statt. Die Vertreter Islands, Norwegens und Japans verhinderten mit dem Auszug aus der Sitzung den Beschluss über eine neues Walreservat im Südatlantik.

Tómas H. Heidar, Islands Hauptvertreter beim IWC erklärte, man habe die Abstimmung verhindert, da sie die Atmosphäre in dem Gremium, die sich in den letzten Jahren verbessert habe, beeinträchtigt haben würde.

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BV

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