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Unaufgeklärter Fall der Isländischen Kriegsbraut wird neu ermittelt

Das Policedepartment von Portland (Oregon, USA) hat einen Spezialisten für Vermisste damit beauftragt, den Fall der sogenannten „isländischen Kriegsbraut“, Ragna Esther Sigurðardóttir Gavin, wiederaufzurollen.

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Ragna Esther Sigurðardóttir Gavin. Quelle: ein Blog auf mbl.is.

Esther war im Jahr 1946 nach Portland gekommen und ist seit 1952 verschwunden. Ihre isländische Familie vermutet, dass ihr als ehemaliger Ehemann Emerson Lawrence (Larry) Gavin sie ermordet hat.

Detective Carol Thompson hat nun die Ermittlungen aufgenommen, nachdem ihre Abteilung den unaufgeklärten Fall im letzten Sommer wiederaufgerollt hatte. Esther war im Jahr ihres Verschwindens 23 Jahre alt gewesen, berichtet Anne Saker auf oregonlive.com.

Esthers Schwester Dagný Karlsen und weitere Angehörige haben all die Jahre nach ihr gesucht. Davor hatte schon ihr Vater versucht, Esther ausfindig zu machen und sie und ihre beiden Kinder nach Island zurückzuholen, berichtet RÚV.

Er hatte es jedoch nie geschafft, Kontakt zu Esther herzustellen, obwohl er beim isländischen Außenministerium um Hilfe gebeten hatte, erklärt Dagný.

Später hatte sich herausgestellt, dass Gavin seine Frau so brutal zusammengeschlagen hatte, dass sie zwei Wochen lang im Krankenhaus hatte behandelt werden müssen.

Zu Beginn 2011 hatte sich Lillý Valgerður Oddsdóttir der Suche angeschlossen und im Internet Gerichtsdokumente entdeckt, die aufklärten, dass Esthers Kinder im Alter von drei und sechs Jahren zur Adoption freigegeben worden waren und neue Namen bekommen hatten. Sie hießen nach der Adoption Robert und Debra.

Esther hatte die Scheidung eingereicht und das Sorgerecht für die Kinder erhalten. Sie hatte jedoch nicht für den Unterhalt der Kinder aufkommen können und sie wurden deshalb zur Adoption freigegeben, heißt es bei oregonlive.com.

Debra starb im Jahr 1999. Sie litt an Behinderungen, die möglicherweise durch Schläge in Esthers Schwangerschaft verursacht worden sind. Ihr Bruder Robert lebt jedoch noch, und Esthers Angehörige konnten inzwischen Kontakt zu ihm herstellen.

„Er erinnert sich an seine Mutter, an ihre Augen. Ich fühle mich besser, seit ich ihr Kind gefunden habe, aber es ist immer noch schlimm, nichts über ihr Schicksal zu wissen,“ sagt Dagný. „Man kann ja niemanden anklagen, wenn man nichts weiß.“

Roberts letzte Erinnerung an Esther ist sein Vater, der mit einem Messer über ihr stand, und er glaubt, dass er möglicherweise sogar Zeuge des Mordes an ihr gewesen ist.

Dagný traf Gavin in Island, als dieser im Zweiten Weltkrieg dort stationiert war. Ihre Schwester verliebte sich in ihn. Dagný sagt, sie habe ihn nie gemocht. „Vielleicht weil ich Esther seit ihrer Geburt kannte und sie mir sehr teuer war.“

Auf oregonlive.com heißt es, dass Detective Thompson am Dienstag gesagt habe, der einzige Weg, in dem Fall weiter zu ermitteln, bestehe darin, von einem Familienmitglied eine DNA-Probe zu nehmen und sie dem Center for Human Indentification an der Universität von Nord-Texas zu übergeben.

Esthers Familie in Island hatte seinerzeit Kontakt zu Melissa Gavin aufgenommen, einem Kind aus Larry Gavins zweiter Ehe. Sie hatte sich an der Suche nach Esther ebenfalls beteiligt und sich an das Ermittlungsbüro gewendet um ihnen Material von Esthers isländischer Familie zu übergeben.

Der pensionierte Detective Dennis Baker hatte daraufhin die Suche aufgenommen und mit der Abteilung für Morde gesprochen, um rechtlichen Rückhalt für eine Datenbank-Rercherche und Hilfe durch andere Abteilungen zu bekommen. Die Recherche verlief jedoch erfolglos und er teilte Melissa Gavin mit, dass das größte Hindernis in dem Fall dessen Alter sei.

Baker schrieb einen Bericht, um eine Wiedereröffnung des Falles in der Abteilung für vermisste Personen zu erreichen, und vergangene Woche war Detective Thompson mit dem Fall betraut worden.

Hier finden Sie die ganze Geschichte auf oregonlive.com (auf Englisch).

DT

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