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Umweltschützer besorgt über Geothermalgebiet

Die Umweltschutzorganisation Landvernd hat tiefe Besorgnis über den Zustand der Geothermalregion Hengill geäußert, nachdem am Montag die Nachricht aufkam, dass das dort ansässige Kraftwerk Hellisheiðarvirkjun nicht genügend Energie für eine volle Produktion ausbeuten könne.

geothermal-borehole-sw_psThemenfoto: Páll Stefánsson/Iceland Review.

Landvernd hatte wiederholt vor einer zu aggressiven Ausbeutung der Geothermalenergie gewarnt, weil man kaum etwas über die Lebensdauer und die Produktionskapazitäten von Geothermalkraftwerken sagen könne, berichtet ruv.is.

In einer Pressemitteilung sagte die Organisation, man gehe üblicherweise von einer Lebensdauer von 50 Jahren für eine energietechnisch ausgebeutete Geothermalregion aus.

Um nachhaltig zu wirtschaften, müsse man einen größeren Zeitrahmen für ein Geothermalkraftwerk setzen und die gewonnene Energie vielseitiger nutzen als ausschließlich auf die Stromgewinnung zu setzen.

Landvernd ist der Meinung, dass die Geothermalregionen nicht mehr zur Stromproduktion für Aluminiumwerke und andere energieintensive Industriezweige genutzt werden sollten, weil dies eine Exzessivausbeute bedeute und die notwendige Ergänzung von Kraftwerken nicht mit der Natur der Geothermalregionen harmoniere.

Die Umweltorganisation verlangt, dass mehr auf Nachhaltigkeit geachtet wird, wenn die Nutzung von Geothermalregionen geplant wird. Auch müsse vermehrter Fokus auf die Schwefelwasserstoffverschmutzung und die Abwasserproblematik der Kraftwerke gelegt werden.

Das Reykjavíker Stadtratsmitglied Sóley Tómasdóttir, die die Linksgrüne Bewegung im Vorstand des Reykjavíker Energieunternehmens OR vertritt, welcher das Kraftwerk im Hengill betreibt, sagte RÚV, dass die aggressive Ausbeute das nächste Problem sei, dem sich das Kraftwerk stellen müsse.

Sóley zufolge sei es keine Lösung, mehr Energie aus der Geothermalregion Hverahlíð zum Kraftwerk zu transportieren. Vielmehr müsse die Produktion selbst gedrosselt werden.

„Wir müssen die Stromproduktion reduzieren, um unser Ziel einer nachhaltigen Produktion verfolgen zu können. Das ist das Thema des 21. Jahrhunderts und zukünftiger Generationen,“ erklärte die linksgrüne Politikerin.

Der größte Einzelkunde von OR ist das Aluminiumwerk Norðurál – Century Aluminum.

Er benötigt jährlich 244 MW, um den Schmelzer in Grundartangi betreiben zu können. Die Gesamtkapazität des Kraftwerks Hellisheiðarvirkjun lag Ende letzten Jahres bei 303 MW. Seitdem ist die Kapazität auf 276 MW gesunken.

Wissenschaftler schätzen, dass bei den derzeitigen Bedingungen die Kapazität weiter um sechs MW pro Jahr sinken wird.

Der geschätzte Verlust von OR durch diese Entwicklung wird auf 163 Mio ISK (1 Mio EUR) pro Jahr geschätzt, denn das Unternehmen müsste Strom beim nationalen Energieversorger Landsvirkjun zukaufen, um seine Lieferverträge an den Aluminiumbetreiber einhalten zu können. Ohne weitere Aktivitäten würde sich der Verlust jährlich verdoppeln, schreibt das Fréttablaðið.

Industrieministerin Ragnheiður Elín Árnadóttir sagte dem TV-Sender Stöð 2, es sei bekannt, dass die Ausbeutung von Geothermalenergie Zeit brauche, daher sei die beste Lösung, Geothermalkraftwerke mit Wasserkraftwerken zu kombinieren.

DT

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