Umstrittenes Hotel am Mývatn darf gebaut werden Skip to content

Umstrittenes Hotel am Mývatn darf gebaut werden

Die isländische Umweltbehörde hat einem Hotelbau in Flatskall am Mývatn die Baugenehmigung erteilt. In den vergangenen Monaten waren die Bauarbeiten gestoppt worden, nachdem sich herausgestellt hatte, dass weder eine Bauanfrage bei der Umweltagentur eingeholt worden war, noch hatte das Planungsbüro ein mögliches Umweltgutachten in Erwägung ziehen können, berichtet RÚV.

Letzte Woche wurden die Bauarbeiten nun fortgesetzt, nachdem das Planungsbüro ein Umweltgutachten für nicht notwendig erachtet hatte. Allerdings hat das Büro einige Bedingungen gestellt. Unter anderem muss sich die Aussenverkleidung des Hotels in Beschaffenheit und Farbe in die Umgebung einfügen.

Die Umweltagentur hingegen bezeichnet das Hotel als umfangreiches Bauwerk, welches von der Ringstrasse aus zu sehen sein wird. Um die Gefahren für das gebeutelte Ökosystem des Mývatn nicht noch zu steigern, müsse das Hotel alles tun, um keine weitere Belastung für den See darzustellen, hiess es von Seiten der Behörde.

Der Mývatn war im Sommer einmal mehr in die Schlagzeilen geraten, nachdem Biologen entdeckt hatten, dass die einzigartigen Marimo-Algenkugeln völlig verschwunden sind. Diese Algenkugeln kamen nur im Mývatn und in einem japanischen See vor. Angler beklagten zudem, dass der Seeboden wie eine Sandwüste aussehe. Das Abwassersystem rund um den See sei nicht in Ordnung.

Jón Gunnarsson, der Vorsitzende des Beschäftigungsausschusses im Parlament, hatte gefordert, den Zustand des Mývatn wie eine Naturkatastrophe zu behandeln.

In der Genehmigung der Umweltagentur steht zu lesen, dass der Hotelbetreiber Daten vorgelegt habe, nach denen eine Kläranlage gebaut werden solle, die moderner als alle anderen sei. Das Planungsbüro will die Betriebserlaubnis nur erteilen, wenn demonstriert werden kann, dass diese Kläranlage auch funktioniert und regelmässig kontrolliert wird.

Sowohl Tourismusbehörde als auch das nordisländische Gesundheitsamt hatten ihre Bedenken zu dem Hotelprojekt geäussert. Die Tourismusbehörde kritisierte vor allem die Grösse des geplanten Neubaus im Lichte der Tatsache, dass das Hotel zu Beginn nur ein halbes Jahr geöffnet sein wird. Man könne hier bessere Arbeit leisten, vor allem, was die gesellschaftliche Wirkung des Riesenprojektes angehe.

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