Überraschend viele Papageientaucher noch immer in Island Skip to content

Überraschend viele Papageientaucher noch immer in Island

Die Vogelfelsen der Landzunge Dyrhólaey in Süd-Island waren Ende August schwarz vor lauter Papageientauchern, wie es der örtliche Reiseleiter Börkur Hrólfsson beschreibt. Es ist äusserst ungewöhnlich, so spät im Sommer noch so viele Papageientaucher dort zu sehen.

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Papageientaucher. Foto: Páll Stefánsson.

„Die Felsen hier am [Strand] Reynisfjara und die Hänge sind mit Papageientauchern bedeckt. Grosse Schwärme fliegen von hier hinaus auf den Ozean und wieder zurück. Es ist so, als wäre gerade Hochsommer, und es ist sehr ungewöhnlich, hier jetzt so viele Papageientaucher zu haben”, sagte er gegenüber ruv.is. Er beschrieb den Flug der Schwärme als dunkle Wolke, die sich über die Sonne legt.

Das Verhalten der Zugvögel ist rätselhaft, sie verlassen das Land in der Regel Mitte August. „Sie waren irgendwie schon weg, aber dann kehrten sie zurück, als es wieder mehr Futter gab. Endlich gibt es dort wieder genügend Sandaale”, erklärte er.

„Ich habe von Leuten, die hier wohnen, gehört […], die Fische, die hier gefangen würden, seinen angefüllt mit Sandaalen, und die Papageientaucher wollen nicht gehen, wenn es endlich genug zu Fressen gibt”, schloss Hrólfsson.

Auch sind Papageientaucher-Jäger auf den Westmänner-Inseln von der Zahl der jungen Vögel auf den Inseln überrascht, nachdem Wissenschaftler sagten, in den vergangenen Jahren seien keine Küken ausgebrütet worden.

Der örtliche Papageientaucher-Jäger und Mitglied der Opposition im Stadtrat Páll Scheving Ingvarsson sagte gegenüber ruv.is, er habe am Berg Dalfjall sein Netz geworfen und ein paar Papageientaucher eingefangen, um sie zu untersuchen.

Er sagte, es habe ihn überrascht, dass sechs bis sieben von zehn Tieren Jungtiere waren. Er liess sie wieder frei, denn derzeit gilt ein absolutes Papageientaucher-Fangverbot auf den Westmännerinseln.

Laut Studien hat in den vergangenen Jahren kaum ein Papageientaucher-Küken seinen ersten Sommer überlebt, und darum fragen sich die Leute, woher die Jungvögel stammen könnten.

Biologe Erpur Snaer Hansen sagte, es sei möglich, dass die Jungvögel aus anderen Gegenden gekommen seien, obwohl er das für eine unwahrscheinliche Erklärung halte. Er wird für eine Altersbestimmung aktuelle Fotos der Papageientaucher von Ellidaey untersuchen.

Jäger und Wissenschaftler sind sich einig, dass momentan nur wenige erwachsene Papageientaucher ihren Küken Sandaale bringen.

Insgesamt wurde die Seevögelbrut in Island als gescheitert angesehen, vor allem entlang der südlichen und westlichen Küstenlinie.

Biologin Ellen Magnúsdóttir sagte gegenüber ruv.is, das Brüten der Meeresvögel im Snaefellsjökull-Nationalpark im Westen Islands sei nicht gut gelaufen.

Ein grosser Teil des Dreizehenmöwen- und Eissturmvogel-Bestands sei frühzeitig von den Felsen verschwunden; es gab auf den Klippen nur wenige Trottellummen, und kaum ein Paar habe Eier gelegt.

Die Küstenseeschwalbe begann erst spät mit dem Brüten und war dabei weitgehend erfolglos.

Hier lesen Sie mehr über die Lage der Meeresvögel und hier weitere Vogel-Nachrichten.

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