Über 1.000 Familien nehmen Essen-Spenden in Anspruch Skip to content

Über 1.000 Familien nehmen Essen-Spenden in Anspruch

Eine ungewöhnlich hohe Zahl an Menschen nahm letzte Woche Lebensmittelspenden von Wohltätigkeitsorganisationen in Empfang; ungewöhnlich, da der letzte Zahltag erst eine Woche zurücklag. Etwa 550 Familien kamen zur Organisation Maedrastyrksnefnd, um Nahrungsmittel zu bekommen und 510 zu Fjölskylduhjálp Íslands.

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Brot wurde gespendet. Themenfoto: Páll Kjartansson.

„Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal dorthin gehen müsste. Ich fühlte mich schrecklich, aber ich wurde herzlich empfangen”, sagte eine alleinerziehende Mutter dreier Kinder, die am Mittwoch zum ersten Mal teilnahm, gegenüber Morgunbladid.

„Normalerweise habe ich es bis zur letzten Woche des Monats geschafft, aber sobald zusätzliche Ausgaben hinzukommen, klappt das nicht mehr”, erklärte sie. Sie ist arbeitslos und bekommt monatlich 140.000 Kronen, also 903 Euro an Unterstützung.

Ihre Familie borgte ihr schon Geld, aber sie habe aufgehört, sie um Hilfe anzugehen, da sie sich nicht gut dabei fühle, andere um Hilfe bitten zu müssen.

„Der Grund, warum ich nun hierher kam ist, dass ich Ende vergangenen Monats die Sport-Gebühren für die Kinder bezahlt habe. Es geht einfach nicht, dass die Kinder immer unter allem leiden müssen. Es muss etwas geschehen in diesem Land, denn es wurde so familien-unfreundlich. Schon allein die Lebensmittelpreise tragen dazu bei, dass nicht alle die gleichen Chancen haben”, fügte die Alleinerziehende hinzu.

Eine 64-jährige, die alleine lebt, kam auch zum ersten Mal zu Fjölskylduhjálp. Sie sagte, es sei schwer gewesen, diesen Schritt zu gehen, aber noch schwieriger sehen zu müssen, wie viele Menschen um Nahrung Schlangestehen.

„Da kommen einem die Tränen, wenn man sieht, wie viele junge Leute da anstehen. Das ist entsetzlich, manche hatten zwei oder drei Kinder dabei”, beschrieb die Frau.

„Ich bekam Brot und Zutaten für warme Mahlzeiten, die mir fast eine Woche reichen werden. Und es gibt dort einen Laden, der Kleidung zu erschwinglichen Preisen verkauft“, fügte sie hinzu.

Die Frau ist Therapeutin für Entwicklungsstörungen, konnte aber in letzter Zeit aufgrund einer Krankheit nicht arbeiten. Sie bekommt 130.000 Kronen (838 Euro) monatlich an Unterstützung. „Sie haben das gekürzt, und im selben Moment stieg meine Miete auf 86.000.”

Die Frau hat fünf erwachsene Kinder und sieben Enkel. „Ich habe gute Kinder und sie führen ein gutes Leben. Sie wissen nicht, dass ich jetzt Hilfe in Anspruch nehme. Sie unterstützen mich in vielerlei Hinsicht, aber ich finde das so demütigend.”

Übersetzung: Gabriele Schneider.

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