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Schneeverwehungen – von nahem betrachtet

Am heutigen Vormittag konnte der Busverkehr in und rund um Reykjavík nur eingeschränkt laufen. Glätte und Schneeverwehungen behinderten den Verkehr in weiten Teilen Südislands, die Linienbusse nach dem Hornafjörður verkehrten nur bis Hvolsvöllur. Am Kjalarnes in Richtung Borganes war es extrem stürmisch, der Berg ist ebenso berüchtigt für wetterbedingte Verkehrsunfälle wie der Ingólfsfjall bei Selfoss.

In diesen Wintertagen arbeiten die Männer von Vegagerðin Tag und Nacht auf ihren Schneepflügen und Raupentraktoren, um die grossen Verbindungsstrassen offenzuhalten. Auf dem Hochlandpass Hellisheiði sieht man oft noch am späten Abend Raupenfahrzeuge, die die enormen Schneemassen Meter für Meter von der Strasse wegschieben, um die Gefahr von Schneeverwehungen zu mindern. Denn die bilden in Island eine nicht zu unterschätzende Gefahr für Autofahrer.

An ausgesuchten Stellen, den Einheimischen meist gut bekannt, bläst der Wind den trockenen Schnee über die Strasse, und innerhalb von Minuten hat sich ein Schneewehe aufgetürmt, deren Höhe oder Beschaffenheit man aus dem fahrenden Wagen nicht abschätzen kann. In der weissen Landschaft sieht alles gleich aus, Konturen sind kaum zu erkennen.

Fährt man ungebremst in solch eine Schneeverwehung, gibt die Lenkung ihren Dienst auf, das Auto verselbstständigt sich und bricht aus. Bremsen oder Gegenlenken macht die Sache nur schlimmer. Wenn man Pech hat, ist die Strasse unter dem Schnee zusätzlich vereist. Dann ist es nicht ungewöhnlich, dass sich das Auto im Kreis dreht und unabsehbar rutscht.

In jedem Fall gilt: Fuss vom Gas bevor man in die Wehe fährt, in der Wehe selbst defensiv fahren und keinesfalls Gas geben. Kommt man doch ins Rutschen, sind hektische Lenkmanöver zu vermeiden. Ist man nicht sicher, ob man die Schneewehe passieren kann, stellt es auch für Jeepfahrer kein Zeichen von Schwäche dar, auszusteigen und das Schneefeld zu Fuss zu erkunden.

Gerade auf wenig befahrenen Strassen draussen auf dem Land, die zu touristisch beliebten Zielen führen, wie etwa die Strasse 30 durch die Region Skeið nach Flúðir, ist höchste Vorsicht vonnöten. Selbst regelmässig geräumte Strassen sind vor Schneeverwehungen nicht sicher, die sich bis auf einen halben Meter auftürmen und das Ende eines Ausflugs bedeuten können.

Mit normalen PKWs ist da kein Durchkommen mehr.

Informieren Sie sich vor jeder einzelnen Fahrt über die Wetterbedingungen (die sich innerhalb kürzester Zeit ändern können) und die Strassenverhältnisse und schauen Sie auch bei ruv.is, ob aktuelle Sperrungen oder Behinderungen gemeldet sind. Der Wetterdienst bietet zudem eine app für das Smartphone an.

Und wenn Sie doch mal in einer Schneewehe landen, hilft die Notrufhotline 112 weiter.

Rechnen Sie damit, dass Sie Ihr Fahrzeug zurücklassen müssen, da die Rettungsteams der Björgunarsveit keine Abschleppdienste übernehmen.

Hier sind ein paar isländische Begriffe, die helfen, die Strassenzustandskarte und die Verkehrsmeldungen besser zu verstehen:

ófært = unbefahrbar

þungfært = Schneetiefe von mehr als 20 cm, nur Jeep mit Allradantrieb befahrbar

þæfingsfært = 10 bis 20 cm lockerer, weicher Schnee, nur mit Allradantrieb befahrbar

hálka = Glatteis

ffúghálka = extreme Glätte

krap = Schneematsch

skafrenningur = Schneeverwehungen

stórhríð = Schneesturm

éljagangur = Hagel

snjókoma = Schneefall

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