Schafsmilch für Käseproduktion in Ostisland Skip to content

Schafsmilch für Käseproduktion in Ostisland

Die Schafzüchterfamilie in Akurnes, einem Hof in Hornafjördur in Südostisland, benutzt die neuste Technologie um die alte Tradition des fráfaerur aufzufrischen: man trennte früher im Frühling die Mutterschafe von den Lämmern, um die Mütter zur Milchgewinnung zu melken.

hornafjordur-hvalnes-eystrahorn_go

Hornafjördur. Foto: Geir Ólafsson.

„Wir möchten unsere Ausstattung hier besser nutzen, um Arbeitsplätze zu schaffen. Wir besitzen eine grosse Schaffarm und alte Minkzuchtställe, die wir nun anders nutzen wollen,“ erklärte der Farmer von Akurnes Sveinn Rúnar Ragnarsson dem Morgunbladid, wie die Idee, Schafskäse herzustellen, entstanden ist.

„Die Produktion von Käse muss natürlich von Grund auf studiert werden,“ sagte sein Bruder Helgi Ragnarsson. „Es handelt sich im ein wertvolles Produkt und man muss das allerbeste daraus machen.“ Er ist Mechaniker und hat in einem der alte Minkställe eine Melkanlage für acht Schafe installiert.

Helgi ist auch der Käseproduzent in der Familie. Von Experten lernte er, das erste Produkt von Akurnes herzustellen, einen Blauschimmelkäse mit Roquefort-Kulturen aus Südfrankreich, der in Island unter dem Namen „Bredi“ im Handel ist.

Der Käse wurde von den Kunden gerne genommen und war schnell ausverkauft. Man konnte ihn im Lebensmittelgeschäft von Höfn kaufen und im Käsespezialitätengeschäft Búrid in Reykjavík. Die Herstellung dauert mindestens zwei Monate. Den nächsten Bredi-Käse wird es vor Weihnachten geben.

Fráfaerur und Schafskäseproduktion waren früher in Island üblich. Anfang des 20. Jahrhunderts hörte man damit auf, obwohl die Produktion in anderen Ländern wie Frankreich florierte.

Sveinn Rúnar glaubt, dass die Schafskäseproduktion in Island eingestellt wurde, weil sie zu arbeitsintensiv war. Schafzüchter konzentrierten sich lieber auf die Fleischproduktion.

Er und seine Verlobte Ragnheidur Másdóttir haben beide einen Abschluss in Agrarwissenschaften und organisieren die Zucht der Akurnesschafe.

Derzeit werden 30 Schafe zweimal am Tag gemolken. Die Milchschafe sind genauso brav wie Milchkühe, wenn man sie von der Weide in den Melkstand holt, erzählt Sveinn Rúnar. Die Milch wird nach dem Melken eingefroren und der Käse wird über den Winter produziert.

„Mutterschafe und Lämmer kommen schnell über die Trennung hinweg. Schafe sind soziale Wesen, und die Mutterschafe finden genauso schnell neue Gesellschaft wie die Lämmer. Das ist wie im Herbst, wenn nach dem Schafabtrieb die Lämmer von den Müttern weggenommen werden,“ sagte Sveinn Rúnar.

Die Farmer haben sich sorgfältig auf die Käseproduktion vorbereitet, bevor sie damit begannen. Sie prüften, ob die Schafe sich ohne Stress melken lassen, damit ein echtes Qualitätsprodukt entstehen kann. Die Erfahrung zeigte ihnen, dass die Methode möglich sei.

Der nächste Schritt sei nun, Schafe mit Milchleistung zu züchten, um die Produktionskapazität zu steigern. Das wird einige Jahre in Anspruch nehmen. Dann möchten die beiden Brüder auch andere Käsesorten herstellen.

Übersetzung: Dagmar Trodler.

Sign up for our weekly newsletter

Get news from Iceland, photos, and in-depth stories delivered to your inbox every week!

* indicates required

Subscribe to Iceland Review

In-depth stories and high-quality photography showcasing life in Iceland!

Share article

Facebook
Twitter