Schafabtrieb mit Wintersonne Skip to content

Schafabtrieb mit Wintersonne

By Iceland Review

Schafe in Island haben ihren eigenen Kopf. Wenn der Mensch denkt, der Schnee erfordert Heufütterung, ist das Schaf noch lange nicht seiner Meinung. Im nördlichsten aktiv betriebenen Schafzuchthof Islands, Reistarnes im Melrakkasléttu in Nordisland, führte dieser Schafsdickkopf am 3. Dezember zu einem ungewöhnlichen Schafabtrieb.

Águsta Águstsdóttir betreibt den Hof Reistarnes zusammen mit ihrem Mann Kristinn B. Steinarsson. Kristinn ist auf Reistarnes geboren und aufgewachsen, seit 1990 züchtet er hier Schafe. Die Reistarnes-Schafe geniessen ein gutes Leben, denn überwiegend ist das Land schneearm und die Vegetation üppig. Und natürlich gibt es beizeiten Heu in Raufen.

Doch zieht es die Schafsdamen nach dem Herbst-Roundup immer wieder hinaus in die Natur. “Wir haben unsere Schafe noch nicht aufgestallt, sondern füttern die Tiere noch draussen,” erzählt Águsta. Ihre Schafsherde ist verhältnismässig gross, zählt 600 Tiere, im Stall selbst befinden sich derzeit nur Lämmer und Einjährige. Der Rest ist noch auf den verschneiten Hausweiden, zum Teil schon mit dem Bock, denn “die Fruchtbarkeit ist höher, wenn die Schafe draussen gedeckt werden,” sagt Águsta. Ihren Schafen gehe es so einfach am besten.

Águsta findet die Offenstallhaltung prima, endgültig holt sie ihre Schafe erst im April in den Stall, zum Scheren und zum Lammen, welches ihrer Erfahrung nach mit dieser Haltung problemloser verläuft.

Erst kürzlich hatte das Züchterpaar 250 Mutterschafe vom Leirhafnarhof erworben. Diese Schafdamen waren es gewöhnt, nach dem Roundup im Herbst noch mal loszuziehen, in Richtung Strand von Oddstaðir.

Doch diesmal hatte der Winter dazwischengefunkt, und die Freigeist-Schafe waren in Gefahr. Schliesslich hatten Schafbauern im September 2011 auf schmerzhafte Weise erfahren müssen, was Wintereinbruch in Island anrichten kann, damals waren bei einem verheerenden Blizzard vor den Schafabtrieben tausende von Tieren im Schnee in den Bergen verendet.
Männer, Hunde, Schneeschlitten,Traktoren mit Anhängern machten sich also am 3. Dezember nach Oddstaðir auf und trieben fast 100 Schafe nach Hause. Von diesem denkwürdigen Tag bei ungewöhnlich gutem Wetter brachte Águsta berückend schöne Fotos mit, die man in diesem link betrachten kann.

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