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Reynisfjara bleibt Gefahrenquelle

Der Strand von Reynisfjara in Südisland bleibt eine Gefahrenquelle. In der vergangenen Woche war ein chinesischer Tourist von einer Welle ins Meer gerissen worden, nachdem er auf die Basaltsäulen am Strand geklettert war. Der Mann ertrank. Noch am selben Tag und an beinah allen folgenden Tagen waren weitere Touristen von Wellen durchnässt worden und in Lebensgefahr geraten, obwohl Reiseleiter und auch Mitarbeiter der isländischen Polizei am Strand vor den Gefahren warnen und die Leute dazu anhalten, nicht ans Wasser zu gehen.

Zu Beginn des Monats nahm der Reiseleiter Stefán Helgi Valsson obiges Foto auf, die alte Dame war von einer Welle gefällt worden. “Das geht so schnell, auf einmal kommt eine Welle, die grösser ist. Die Leute unterschätzen das und gehen immer näher ans Wasser,” kommentierte Stefán den Vorfall.

Strände wie Reynisfjara und Djúpalónssandur sind besonders gefährlich, weil der Meeresboden vor dem Strand sehr tief ist (anders als an europäischen Flachstränden), die Wellen kommen aus grosser Tiefe und schiessen urplötzlich in die Höhe und mit grosser Wucht an den Strand.

Auch an anderen touristisch beliebten Orten begeben sich Urlauber in Gefahr. Am Gullfoss gab es am vergangenen Wochenende kaum jemanden, der die Sperrung des Zuweges zum Wasserfall respektierte. Wegen gefährlicher Glätte ist der steile Weg im Winter stets geschlossen, doch die Leute laufen sogar an den Rand der Schlucht, wo sich jederzeit Schneebretter lösen könnnen.

An der Gletscherlagune Jökulsárlón wurden Touristen dabei beobachtet, wie sie auf den Eisschollen herumliefen, dabei waren auch kleine Kinder. Die Eisberge in der Lagune können innerhalb von Sekunden umkippen. Der Reiseführer Gylfi Blöndal, der die Fotos aufgenommen hatte, geht davon aus dass die allermeisten der Leichtsinnigen Touristen seien, die allein unterwegs sind.

Vor einigen Tagen war ein russischer Tourist in eine Gletscherspalte am Sólheimajökull gestürzt und in eiskaltem Wasser gelandet. Kurz vor dem Unfall war er von Bergführern des Berges verwiesen worden, weil er mit seiner Frau dort alleine unterwegs war. Bei seiner Rettung brachte er die Helfer in Gefahr, ebenfalls einzubrechen. Das Wandern auf dem Gletscher ohne ortskundige Bergführung ist lebensgefährlich, weil man die Gletscherspalten nicht immer sieht.

In den vergangenen zwei Monaten sind insgesamt vier ausländische Touristen in Island ums Leben gekommen. An Weihnachten starb ein japanischer Tourist bei einem Verkehrsunfall auf einer einspurigen Brücke, kurz darauf wurde ein Brite auf der Halbinsel Snæfellsnes tot aufgefunden, Ende Januar starb eine Chinesin bei einem Tauchunfall in der Silfraspalte, in der letzten Woche ertrank ein chinesischer Urlauber am Strand von Reynisfjara.

Von Seiten der Polizei, der nationalen Rettungswacht Landsbjörg und Tourismusverbänden werden immmer lauter Massnahmen gefordert, die die Sicherheit von Reisenden an touristisch interessanten Orten gewährleisten. Aufklärung und Ausschilderung reichen nicht aus, vor allem, wenn sie von Besuchern der Insel einfach ignoriert werden.

Der Tourismusexperte Jónas Guðmundsson untersucht derzeit die Zusammenhänge und kam zu dem Ergebnis dass sich seit der letzten Untersuchung zu Sicherheit im Tourismus im Jahr 2010 nichts getan habe.

“Es geht nur um Geld, und jetzt ist es so, dass wegen Einschnitten eine Planstelle bei der Polizei in Südisland wegfällt, zur gleichen Zeit, wo die Aufgaben ständig mehr werden. Bei den Rettungsteams gibt es wegen Touristen jeden Tag Einsätze, alleine gestern waren es im Süden drei.” kritisiert Jónas vísir.is gegenüber. “Die Regierung muss sich in dieser Angelegenheit jetzt die Hosen hochziehen.”

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