Rekordzahl an Demonstranten fordert Rücktritt des PM Skip to content

Rekordzahl an Demonstranten fordert Rücktritt des PM

Am Abend hatten sich mehr als 22.000 Menschen auf dem Austurvöllur vor dem isländischen Parlament versammelt, um den Rücktritt von Premierminister Sigmundur Davíð Gunnlaugsson zu fordern, nachdem gestern die Medien Beweise geliefert hatten, dass er zusammen mit seiner Frau Anna Sigurlaug Pálsdóttir Verbindungen zu einem Unternehmen in der Steueroase Tortola unterhält. Zum Vergleich, Island hat etwa 330.000 Einwohner.

Am Vormittag hatte der Premierminister klargemacht, dass ein Rücktritt für ihn nicht in Frage kommt.

Wie wir berichteten, waren durch ein beispielloses Leck mehr als 11 Millionen Dokumente von der in Panama angesiedelten Anwaltskanzlei Mossack Fonseca veröffentlicht worden, aus welchen ersichtlich ist, dass ehemalige und amtierende Staatslenker auf der ganzen Welt Unternehmen in Steueroasen unterhalten. Der isländische Premierminister ist einer von ihnen. An den Enthüllungen waren mehr als 100 Mediaorganisationen in 80 Ländern beteiligt gewesen. Gestern Abend hatte das Magazin Kastljós zeitgleich mit Nachrichtenformaten in anderen Ländern eine entsprechende Dokumentation über die sogenannten Panama Papers ausgestrahlt.

Die Demonstration auf dem Austurvöllur war unter organisiertem Trommellärm friedlich verlaufen. Menschen standen auch auf den Zufahrtsstrassen Schlange, weil der Platz überfüllt war, in der Stadt war der Verkehr zum Erliegen gekommen. Gegen Ende der Demonstration waren Eier und Bananen gegen das Parlament und gegen Polizisten geworfen worden, ausserdem hatte es einige Chinaknaller gegeben, schreibt RÚV. Laut Polizeiangaben wurde niemand verletzt.

Der Premierminister hatte das Parlamentsgebäude noch während der laufenden Sitzung kurz vor 17 Uhr mit unbekanntem Ziel verlassen, berichtet mbl.is.

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