Polen vergibt Kredit über 25 Mrd. ISK an Island Skip to content

Polen vergibt Kredit über 25 Mrd. ISK an Island

Island und Polen haben am Sontag ein Kreditabkommen über 630 Mio. PLN unterzeichnet (25 Mrd. ISK zum derzeitigen Umrechnungskurs, 198 Mio. USD, 125 Mio. EUR). Der Kredit hat eine Laufzeit über 12 Jahre, bis 2015 wird er zwei Prozent Zinsen kosten, danach 1,3 Prozent.

Copyright: Icelandic Photo Agency.

„Es war sehr wichtig für uns, diese Vereinbarung erzielt zu haben,“ sagte Islands Finanzminister Steingrímur J. Sigfússon dem Morgunbladid. Zur Zeit befindet er sich mit einer Delegation in Istanbul, wo die Hauptversammlung des Weltwährungsfonds (IWF) stattfindet.

„Es ist auch sehr angenehm für uns, mit Polen in dieser Form zu tun zu haben,“ meinte er. „Sie sind so positiv und hilfsbereit und bekräftigten, dass sie ihren Beitrag leisten möchten. In vielerlei Hinsicht ist dies eine neue Position für Polen, einem Land, das in den vergangenen Jahrzehnten selber extreme Schwierigkeiten gehabt hat und finanzielle Hilfe annehmen musste. Nun sitzen sie am anderen Ende der Tafel.“

Der polnische Kredit soll in drei Teilsummen ausgezahlt werden, jedoch nicht bevor der IWF das wirtschaftliche Stabilisierungsprogramm für Island erneut geprüft hat.

Diese bereits mehrfach aufgeschobene Überprüfung wird erst nach Beendigung der Icesave-Debatten stattfinden – die Auszahlung des polnischen Kredits hängt also unmittelbar von der Entscheidung zu Icesave ab.

Das gleiche gilt mit Ausnahme des Kredits der Färöerinseln auch für andere Kredite, die Island versprochen wurden. Einzig die erste Teilsumme des IWF-Kreditpaketes ist ausgezahlt worden. Die zweite Summe, in der sich die Kredite der nordischen Länder befinden, hängt von Icesave ab.

Die erste Teilsumme beläuft sich auf 850 Mio. USD (534 Mio. EUR), insgesamt war Island eine Summe von 2,1 Mrd USD (1,4 Mrd. EUR) zugesagt worden. Die Auszahlung der zweiten Summe war für Februar 2009 erwartet worden.

„Wir finden es nicht gut, dass der IWF und die Europäische Union im Interesse der britischen und niederländischen Regierungen agieren und uns zwingen, mehr zu bezahlen als wir eigentlich müssen,“ sagte der frühere Gesundheitsminister Ögmundur Jónasson nach Angaben von Morgunbladid in einem Interview mit der BBC am Freitag.

In Bezug auf den möglichen Riesenkredit aus Norwegen, der vergangene Woche von der Progessiven Partei erwähnt worden war, sagte Sigfússon „Ich denke, die Angelegenheit soll wohl eher als Bühne für einzelne norwegische Politiker dienen und es ist nicht der Zeitpunkt, sie als brandheisse Neuigkeit zu behandeln.“

Sigfússon traf auch mit dem Delegierten des russischen Finanzministeriums, Dmitri Pankin, zusammen, um einen möglichen Kredit für Island zu besprechen. „Es war ein gutes Treffen in freundlicher Atmosphäre,“ beschrieb Sigfússon das Gespräch, ohne näher auf Inhalte einzugehen.

Die russische Nachrichtenagentur RLA Novosti berichtete am Sontag, Finanzminister Alexei Kudrin habe ein Kreditabkommen zwischen der isländischen und russischen Delegation verneint.

Um eine gemeinsame Lösung für den Icesave-Disput zu finden, hatte auch ein Treffen zwischen der isländischen, britischen und niederländischen Delegation stattfinden sollen, doch für dieses Treffen gibt es noch keinen Zeitplan.

Immerhin hat Sigfússon den Icesave bereits in einem informellen Treffen mit Grossbritanniens Schatzkanzler Alistair Darling behandelt. „Wir bekräftigten ein gemeinsames Interesse, weiter nach Lösungen zu suchen,“ sagte Sigfússon.

Die isländische Delegation wird ihre Treffen in Istanbul fortsetzen. Sigfússon trifft heute mit dem niederländischen Finanzminister Wouter Bos zusammen, um den Icesave zu besprechen.

Morgen wird er dann den Vorsitzenden des IWF, Dominique Strauss-Kahn treffen, eine Zusammenkunft mit der portugiesischen Delegation ist ebenfalls geplant. Auch weitere Treffen mit der russischen Delegation sollen in den kommenden Tagen stattfinden.

Übersetzt von Dagmar Trodler.

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