Opfer von Menschenhandel haben das Land verlassen Skip to content

Opfer von Menschenhandel haben das Land verlassen

Die beiden Schwestern aus Sri Lanka, die im Februar in Vík í Mýrdal als mutmassliche Opfer von Menschenhandel entdeckt worden waren, haben das Land verlassen, berichtet RÚV.

Ihre Anwältin Kristrún Elsa Harðardóttir, die am Montagabend beim Abendmagazin Kastljós eingeladen gewesen war, ist der Ansicht, dass in ihrem Fall das System total versagt und die beiden Frauen vom Regen in die Traufe geschickt habe. Kristrún zufolge verliessen die Frauen das Land aus Angst und weil sie kein Geld hatten.

Nachdem die Polizei im Februar ihren Arbeitgeber verhaftet hatte, waren die Schwestern zum Frauenhaus nach Reykjavík gebracht worden. Dort gibt es für derartige Fälle einen Massnahmenplan, doch Kristrún sagt: “Das ist ein hervorragender Plan, doch der funktioniert einfach nicht, weil er gar nicht eingeführt worden ist, er hat nämlich keine finanzielle Absicherung. Der Plan sieht ein Notfallteam vor, welches innerhalb von 24 Stunden eingreifen kann, um für solche Fälle zu sorgen, aber dieses Notfallteam existiert nicht.”

Die beiden Frauen hatten 5200 ISK (37 EUR) pro Woche erhalten, sie hatten ohne Arbeitserlaubnis gearbeitet, keinen Zugang zu Versorgung und waren völlig verschreckt, sagt Kristrún. Sie brachte den Fall vor das Innenministerium, traf dort auch auf offensichtliches Verständnis, dem jedoch keine Taten folgten.

Bislang ist unklar, in wieweit sich die Abreise der beiden auf den Fall ihres ehemaligen Arbeitgebers auswirken wird. Aber warum mussten sie abreisen?

Kristrún sagt: “Sie konnten hier nicht ohne Geld bleiben. Sie hatten nur einen Chef. Sie müssen etwas zurückgeben. Und sie haben Angst um ihre Familien.”

Kristrún befürchtet, dass die beiden vom Regen in die Traufe gekommen sind, denn weil sie von einem Land ausserhalb der EU gekommen waren, hatte es keine Arbeitserlaubnis für sie gegeben, obwohl sie Jobangebote nachweisen konnten. Sie konnten kein reguläres Einkommen beziehen und hatten keine andere Möglichkeit, als auszureisen.

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