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Millionen eines Autohändlers wiedergefunden

Drei Familienmitglieder des früheren Reykjavíker Lokalpolitikers Júlíus Vífill Ingvarsson haben gegenüber der Presse geäussert, dass Júlíus am Tag nach dem Bekanntwerden der Panama Papers der Familie gebeichtet habe, das Vermögen der Eltern befinde sich in seinem eigenen Offshore Unternehmen.

Júlíus’ Geschwister und die im vergangenen Herbst verstorbene Mutter hatten jahrelang vergebens nach dem Geld gesucht, welches der Vater der Familie in Offshorekonten angelegt hatte. Diese aussergewöhnlichen Behauptungen wurden gestern Abend im RÚV-Abendmagazin Kastljós aufgestellt. Júlíus hat Fragen dazu nicht direkt beantwortert, er blieb unerschütterlich bei seiner Aussage, kein Geld von anderen Leuten zu besitzen.

Das Autohaus Ingvar Helgason ehf. war beim Tod seines Gründers im Jahr 1999 eines der grössten Unternehmen in Island gewesen. Es war Milliarden Kronen wert und hatte ein gutes Viertel Anteil am isländischen Automarkt. Fünf Jahre später wurde es für 25 Mio. ISK verkauft. Zu dieser Zeit begann seine Witwe Sigríður nach Ingvars Ersparnissen zu suchen, da sie wusste dass er seine Kommissionserlöse aus den Autoverkäufen stets in Offshorekonten anlegte. Ihre Suche blieb jedoch erfolglos und als sie im Herbst 2015 starb, war das Geld auch weiterhin unauffindbar.

Kastljós interviewte die Tochter von Ingvar und Sigríður, einen Enkel und den Anwalt des Sohnes, und informierte über Details aus den Panama Papers.

Als das ursprüngliche Leak ans Tageslicht brachte, dass eines der Geschwister zusätzlich zu dem eigenen Pensionsfonds ein Offshore Unternehmen gegründet hatte, wuchs innerhalb der Familie ein Verdacht, wo das vermisste Geld abgeblieben sein könnte. Nach der Kastljós-Sendung von Anfang April soll Júlíus seine Geschwister angerufen und erklärt haben, das fragliche Unternehmen enthalte das Vermögen des Vaters. Er behauptete jedoch, dass der Vater ihm und zwei Brüdern Prokura über die Fonds erteilt habe. Seine Absicht sei stets gewesen, die Gelder in den elterlichen Besitz zu überführen, doch habe er nie den richtigen Zeitpunkt dafür gefunden.

Júlíus hat die Faken weder bestätigt noch verneint, aber er sagt, er habe niemals das Vermögen von anderen unrechtmässig besessen. Júlíus Vífill war über 14 Jahre Lokalpolitiker in Reykjavík gewesen und hatte nach Bekanntwerden der Panama Papers seinen Rücktritt erklärt.

Die Geschwister möchten unter anderem Näheres über den mysteriösen Kauf von 20 Prozent der Ingvar Helgasson hf. und Bílaheimar hf. durch einen ausländischen Investor erfahren. Die Investition half dem Bankvermögen der Familie durch schwierige Zeiten. Die Identität des Investors, der bereit war, dem damals kippelnden Unternehmen 2,2 Mio Euro zu geben, ist nie offenbart worden.

Die Investition wurde durch ein Luxemburger Unternehmen namens Lindos Alliance ausgeführt, doch keine Unternehmensvertreter sass dafür im Vorstand der Invar Helgason hf.

Britische Ermittlungen ergaben, dass es kein Unternehmen dieses Namens in Luxemburg gibt und niemals gegeben hat.

Es blieb ein Geheimnis, bis die Panama Papers offenbarten, dass die Lindos Alliance in Tortola gegründet worden war, nur ein paar Wochen, bevor sie im Jahr 2001 in isländische Unternehmen investierte. Gegründet worden war sie durch KV Associates in Luxembourg und Mossack Fonseca. KV Associates war jedoch nie Eigentümer der Lindos Alliance, da es sich dabei um ein Unternehmen handelt, welches auf wohlhabende Klienten spezialisiert ist. Zum Portfolio gehören die Gründung und das Management von Offshore Unternehmen.

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