Mieterin muss innerhalb von einer Woche ausziehen Skip to content

Mieterin muss innerhalb von einer Woche ausziehen

“Ich zieh nicht aus, bevor ich nicht eine neue Wohnung gefunden habe,” sagt Jenný Jóakimsdóttir aus Hafnarfjörður, die innerhalb einer Woche ausziehen soll, wenn es nach dem Willen des neuen Eigentümers ihrer Wohnung geht, einem privaten Unternehmen im Besitz der isländischen Zentralbank.

Jennýs Vorsatz hatte für Schlagzeilen gesorgt, nachdem sie sich auf ihrer Facebookseite geäussert hatte. Das Gebäude, in dem sie wohnt, ist durch eine Versteigerung in dieser Woche an die Holding Hilda gegangen, einer Tochtergesellschaft der Zentralbank in Island.

Jenný hat einen notariell beglaubigten Mietvertrag, der ihr weitreichende Rechte einräumt, darunter einen Kündigungsschutz von einem Jahr, falls der Vermieter Eigenbedarf anmeldet. Eins der wenigen Schlupflöcher, welches einen Mietvertrag für ungültig erklärt, ist die Versteigerung einer Immobilie. Jennýs Haus war am vergangenen Monat versteigert worden, und zwar in ihrem eigenen Wohnzimmer, berichtet DV.

Nach der Versteigerung wurde ihr schriftlich mitgeteilt, dass ihr Haus einen neuen Eigentümer hat und dass sie innerhalb einer Woche auszuziehen habe. Das Schreiben droht mit Gerichtsvollzieher und erzwungenem Auszug, falls sie die Wohnung nicht von selber nach sieben Tagen verlassen hat.

Juristen bestätigen, dass dies einer der wenigen Fälle ist, wo offizielle und bindende Mietverträge wertlos sind.

“Mein Mietvertrag war nicht zeitgebunden und ich war Mieterin seit Januar 2010. Wenn die Versteigerung nicht gewesen wäre, hätte ich einen Kündigungsschutz von einem Jahr. Drei andere Mieter in dem Haus, die keine notariellen Mietverrtäge hatten, erhielten den gleichen Brief. Es würde niemanden schädigen, wenn wir ein bisschen mehr Zeit bekämen, es ist total hoffnungslos, innerhalb von einer Woche eine Mietwohnung zu finden.” sagt Jenný.

Der Chef der Mieterorganisation sagte Reportern, dies sei kein Einzelfall, die Hilda holding sei knallhart und werfe regelmässig Leute aus ihren Wohnungen.

Bislang gibt es keinen Begriff für die wirtschaftliche Beziehung der Hilda holding und der Zentralbank, es ist auch nicht bekannt, ob die Zentralbank ein Mitspracherecht beim Geschäftsgebahren ihrer Tochtergesellschaft hat.

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