Menschenhandel in Reykjavíker Hotel? Skip to content

Menschenhandel in Reykjavíker Hotel?

Seit Februar kommt das Hotel Adam in Reykjavík nicht aus den Negativ-Schlagzeilen. Aktuell ermittelt die Polizei in einem neuen Fall das Hotel betreffend: Eine Frau soll dort Opfer von Menschenhandel geworden sein.

Laut RÚV soll eine ausländische Frau gezwungen worden sein, im Hotel zu arbeiten und ihr Schlafzimmer mit dem Chef zu teilen. Ihr Monatsgehalt betrug weniger als ISK 60.000 (EUR 429) und lag damit weit unter dem Mindestlohn. Ihr sei vorgegaukelt worden, sie sei illegal im Land, und dass sie, falls sie entdeckt würde, verhaftet und des Landes verwiesen würde, wo sie eine Strafe erwarte.

Erst, als die Frau eine Broschüre des Isländischen Arbeiterbunds (ASÍ) zugeschickt bekam, habe sie erkannt, dass sie ein Opfer von Menschenhandel geworden war. Die Frau hat das Land verlassen, kommt aber wohl in den nächsten Tagen wieder.

Harpa Ólafsdóttir, Leiterin der Lohn- und Leistungsabteilung der Gewerkschaft Efling, sagt, die Gewerkschaft könne in diesem Fall nichts tun, bevor die Frau nicht ihre Hilfe suche: „Die Einzelperson kam nicht zu uns, um Gerechtigkeit zu suchen, und deshalb haben wir keine Veranlassung, diesen Einzelfall zu übernehmen. In gewisser Weise würden wir gegen den Gleichheitsgrundsatz verstoßen, wenn wir uns Einzelfällen annähmen und damit andere Gewerkschaftsmitglieder diskriminieren. Wir haben 24.000 Mitglieder, und jedes davon muss selbst Initiative zeigen, auf der Suche nach seinen Rechten zu uns zu kommen.” Harpa merkt an, dass Opfer von Menschenhandel oft weder Isländisch noch Englisch sprächen, sie würden ihre Rechte nicht kennen und wüssten nicht, wohin sie sich auf der Suche nach Hilfe wenden könnten. Daher fordert sie Bürger auf, anderen Personen zu helfen, die vermuten, Opfer geworden zu sein.

Zum ersten Mal gelangte das Hotel Adam in die Negativ-Schlagzeilen, als es seine Gäste aufforderte, kein Wasser aus dem Hahn zu konsumieren, sondern eigens vom Hotel abgefüllte Wasserflaschen zu kaufen. Später stellte sich heraus, dass das Wasser aus denselben Wasserhähnen stammte, aus denen Gäste nicht trinken sollten. Dann kam ans Licht, dass das Hotel Adam seine Mitarbeiter unter dem Mindestlohn bezahlte und verlange, dass sie zehn Stunden am Tag arbeiteten. Schließlich wurden auch noch elf Zimmer von der Polizei versiegelt, als herauskam, dass 20 Zimmer vermietet wurden, obwohl nur eine Erlaubnis für die Vermietung von neun Gästezimmern vorlag.

Die bisherige Chronologie der Ereignisse:

Februar:

https://www.icelandreview.com/de/news/2016/02/09/warnung-vor- leitungswasser-erhitzt- gemueter

https://www.icelandreview.com/de/news/2016/02/10/hotel-adam- hat-nicht- nur-ein- wasserproblem

https://www.icelandreview.com/de/news/2016/02/13/hotel-adam- weitere-missstaende- aufgedeckt

März:

https://www.icelandreview.com/de/news/2016/03/10/hotel-adam- wasser-stammte- aus-hotelwasserleitung

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