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Lawinenopfer beschreiben ihre Erfahrungen

Sechs Menschen überlebten am Montag, als eine 50 bis 100 Meter große Lawine im Fossdalur in Barðaströnd über sie hereinbrach. Sie waren in dem einsamen Tal unterwegs gewesen, um in den Berghängen vom Schnee eingeschlossene Schafe nach Hause zu holen.

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Themenfoto: ESA.

„Das passierte alles so schnell. Ich rannte so schnell ich konnte,“ erzählt der Landwirt Barði Sveinsson von Innri-Múli dem Morgunblaðið. Er brach unter der Lawine zusammen. “Ich versuchte noch den gegenüberliegenden Hügel zu erreichen, ich hatte gedacht, das sei nur ein kleines Schneebrett über uns.”

Barði und seine fünf Begleiter wurden 30 bis 40 Meter von der Lawine mitgerissen, doch landeten sie alle an der Oberfläche, als die Schneemassen zum Halt kamen.

„Das Mädchen, das uns begleitete, musste ausgegraben werden. Ihr Kopf und ihre Schultern schauten aus dem Schnee, der Rest steckte fest und sie konnte sich nicht bewegen,“ berichtet Jónas Þrastarson, ein anderer Verschütteter.

„Eine unglaubliche Erfahrung. Sowas ist mir noch nie passiert. Du kannst weder denken noch irgendwas tun,“ beschreibt Barði. “Wenn die Lawine dich mitnimmt, ist dein Geist taub. Ich erinnere mich nur, dass ich im Schnee gerollt habe.”

Niemand wurde bei dem Unglück verletzt. Glücklicherweise gab es keine Felsvorsprünge im Schnee und die Lawine kam am Rand einer Klippe zum Halten. Barði glaubt, dass sie von der Lawine in den Abgrund gerissen worden wären, wenn mehr Schnee gelegen und sie noch mächtiger gewesen wäre.

„Die Lawine ist nicht weit gekommen, aber an ihrem tiefsten Punkt mass sie sicher eineinhalb Meter. Man hätte leicht ganz verschüttet werden können,” sagt Jónas.

Alle sechs Opfer sind Mitglieder in Bergungsteams. Drei von ihnen arbeiten mit Suchhunden, um Lawinenopfer zu finden. „Selbst von einer Lawine erwischt zu werden und ihr zu entkommen ist eine unschätzbare Erfahrung für uns,“ sagt Jónas.

Zwei Hütehunde hatten sie ebenfalls auf der Expedition begleitet und konnte rechtzeitig entkommen. Die Schafe konnnten noch nicht geholt werden, sodass ein weiterer Besuch in Fossdalur geplant ist.

Hier lesen Sie mehr über das Lawinenunglück.

DT

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