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Kirche in der Krise

Auf einer Pressekonferenz am Dienstag sagte Premierministerin Jóhanna Sigurdardóttir, es sei traurig die Schwierigkeiten zu beobachten, die die Staatskirche in Bezug auf die mutmasslichen Sexualdelikte des früheren Bischofs hat. Die Kirche sei wegen der Kontroverse in eine Krise geraten.

Premierministerin Jóhanna Sigurdardóttir. Foto: Geir Ólafsson.

Sigurdardóttir betonte, die Kirche müsse eine akzeptable Lösung in diesem Falle finden, um das öffentliche Vertrauen aufrechtzuerhalten. Sie bekannte, es sei ihr schon ab und zu in den Sinn gekommen, aus der Staatskirche auszutreten, berichtete ruv.is.

Fréttabladid meldete, sechs der zwölf Minister befürworteten die Trennung von Kirche und Staat – einschliesslich der Premierministerin und des Finanzministers Steingrímur J. Sigfússon.

Wie visir.is berichtete, machten sich am Dienstag Hunderte auf den Weg zum Nationalregister, viele in der Absicht aus der evangelisch-lutherischen Staatskirche auszutreten.

„Wir beobachten einen Anstieg an Anfragen von Leuten, die wissen wollen, wie man aus der Kirche austritt“, sagte der Direktor des Nationalregisters Haukur Ingibergsson Anfang der Woche. Genaue Zahlen aber werden erst Ende des Monats vorliegen.

Gestern bemühte sich die Kirche um Schadensbegrenzung.

Im Namen der Staatskirche entschuldigte sich der Kirchenrat bei Sigrún Pálína Ingvarsdóttir und Gudrún Ebba Ólafsdóttir, die 1996 den früheren Bischof Skúlason der sexuellen Belästigung beschuldigt hatten.

Der Kirchenrat hat den Hauptausschuss des Kirchentages ersucht, Vorschläge für einen Untersuchungsausschuss zu machen, der die Arbeitsmethoden und Reaktionen der Kirche, die die Angelegenheit damals zu den Akten gelegt hatte, überprüfen soll.

Die Vorschläge sollen dem nächsten Kirchentag am 13. November vorgelegt werden, berichtete Fréttabladid.

Bischof Karl Sigurbjörnsson erklärte nach einem Gespräch mit dem umstrittenen Pastor von Reykholt, Geir Waage, der Geistliche würde künftig seiner Verpflichtung nachkommen und über strafbare Sachverhalte, wie Gewalt gegen Kinder, Bericht erstatten.

Hier erfahren Sie mehr über die Kirchendebatte zum sexuellen Missbrauch und zur Schweigepflicht.

Übersetzung: Bernhild Vögel.

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