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Killerwal beunruhigt Reykjavík

Seit ein paar Tagen schwindet der Bestand der Enten im Reykjavíker See Tjörnin (“Teich“). Mehrere Anwohner alarmierten die Polizei, sie hätten ein dunkles Objekt im See beobachtet; manche hielten es bereits für ein übernatürliches Wesen.

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Jón Árnason, Mitarbeiter des Folklore-Institutes an der Universität Island, mutmasste in einem Interview mit dem Boulevardblatt DV, es handle sich um ein wurmartiges Seemonster, wie es aus dem Lagarfljót in Ostisland bekannt ist.

Nach der Legende ist der Lagarfljót-Wurm aus einem Regenwurm entstanden, der auf einen Haufen Gold gelegt wurde, um es zu vermehren. Doch anstelle des Goldes wuchs der Wurm. Sowohl Anwohner wie Touristen haben den Wurm im See gesichtet.

Árnason vertrat daher die abenteuerliche These (und wurde dafür von Kommentaren bespöttelt), einer der so genannten „Wirtschaftswikinger“ – die meisten von ihnen sollen ihr „Gold“ vor dem Bankenzusammenbruch 2008 in Tortola, einer Steueroase in der Karibik, versteckt haben – habe die altertümliche Methode der Geldvermehrung mit den obenerwähnten Konsequenzen ausprobiert.

Es gab jedoch keine realistische Erklärung für die Vorgänge im Tjörnin, bis heute morgen eine Touristin ein Foto vom Reykjavíker See schoss (sehe oben), auf dem links oben die Schwanzflosse eines Wales zu sehen ist.

Es stellte sich heraus, dass sich tatsächlich ein Wal im See befindet, genauer gesagt ein kleiner Schwertwal, der auch falschen Killerwal genannt wird. Wie er in den See gelangte, dafür gibt es eine wirklich abenteuerliche Erklärung: Der Wal ist Teil einer Kampagne, die Island als Reiseziel für den Wintertourismus attraktiv machen soll, und um zu zeigen, dass Walbeobachtung auch im Winter möglich ist. Das erklärte ein Vertreter der Kampagne.

Er gab jedoch zu, man habe bei dieser unorthodoxen Kampagne nicht die Gefährdung der heimischen Tierwelt und möglicherweise auch der Bevölkerung berücksichtigt. Der Wal hat bereits mehrere Enten getötet beziehungsweise verwundet.

Und so soll der Wal wieder in seine natürliche Umgebung zurückgebracht werden. Bewohner und Gäste der Stadt sind eingeladen, die Rettungsaktion zu beobachten, die heute um 13 Uhr beginnt. Die Zuschauer sollten sich dazu ins Rathaus begeben, da der Aufenthalt am Ufer gefährlich werden könnte.

Sie können die Aktion aber auch über die Webcam von Inspired by Iceland beobachten.

(Bitte beachten Sie die Zeitverschiebung: Von Deutschland aus beobachten Sie die Rettungsaktion ab 15 Uhr.)

bv

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