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Kein Verdächtiger im Spionagecomputer-Fall

By Iceland Review

Björgvin Björgvinsson, leitender Angestellter der Ermittlungsabteilung der Polizei der Hauptstadtregion, erklärte, die Untersuchungen im Fall des sogenannten Spionagecomputers, der vor einem Jahr im Parlamentgebäude Althingi gefunden wurde, seien noch nicht abgeschlossen, die Angelegenheit sei noch nicht geklärt.

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Das Parlament. Foto: Páll Stefánsson.

„Die Zeit ist derzeit noch nicht reif, den Fortschritt der Ermittlungen öffentlich zu machen”, sagte Björgvinsson gegenüber Fréttabladid. Laut Quellen der Zeitung hat die Polizei keinerlei Verdächtige.

Die Polizei ermittelt noch in einem ähnlichen Fall, der in Zusammenhang mit der Berichterstattung über Fußballer Eidur Smári Gudjohnsen und Geschäftsmann Karl Wernersson steht.

Ein junger Mann, der inzwischen 18 Jahre alt geworden ist, wird der Spionage mit anschließendem Verkauf der gewonnen Informationen an die Medien verdächtigt. Ein Mitarbeiter des Unternehmens Milestone, das Wernersson leitete, zeigte den Datendiebstahl an. Der junge Mann war Mitarbeiter der Computerabteilung der Firma.

Die Polizei beschlagnahmte mehrere Computer, die dem jungen Mann gehörten und untersuchte die gespeicherten Daten. Laut Quellen von Fréttabladid könne einiges davon als Beweismittel verwendet werden.

Der junge Mann, der derzeit im Ausland lebt, wurde in Zusammenhang mit drei Fällen verhört und gilt als der einzige Verdächtige in diesem Fall.

Eine Reykjavíker Anwaltskanzlei schickte vorgestern im Namen der Boulevardzeitung DV einen Brief an die Tageszeitung Morgunbladid, in dem eine Entschuldigung auf der Titelseite sowie Schadenersatz in Höhe von einer Million Kronen, etwa 6.300 Euro, wegen der Berichterstattung der Zeitung über die Fälle gefordert wurde.

Die Zeitung behauptete, ein Journalist von DV habe den jungen Mann dafür bezahlt, die Daten zu stehlen, die er dann im Blatt veröffentlichte, und dass der junge Mann ebenso im Spionagecomputer-Fall verdächtigt werde.

Allerdings wurde ein Zusammenhang zwischen beiden Fällen bisher nicht bestätigt.

Laut Informationen von Fréttabladid, haben polizeiliche Ermittlungen ergeben, dass der im Althingi gefundene Computer als Datenverteiler getarnt war. Er verfügte über kein Betriebssystem, so dass er nur von außerhalb gestartet werden konnte.

Der Computer war so programmiert, dass er Daten empfangen und weiterleiten konnte, ohne nach seiner Abschaltung irgendwelche Spuren der Datenübertragung zu hinterlassen.

Mit dem Parlaments-Computersystem war der Rechner vom 28. Dezember 2009 bis zum 2. Februar 2010 verbunden, bis ein Althingi-Mitarbeiter das Gerät in einem Büro entdeckte.

Der Computer lief, als er gefunden wurde, wurde aber sofort heruntergefahren, als die Polizei ihn beschlagnahmte.

Hier lesen Sie mehr über Morgunbladids Berichterstattung zu diesem Thema.

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