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Kaufmannswochenende in Island

Mit einem heftigen Verkehrsaufkommen und einem kilometerlangen Stau zwischen dem Hochlandpass Hellisheiði und Selfoss ist Island gestern in sein langes Ferienwochenende Verslumannahelgi gegangen. Das „Wochenende der Kaufleute“ hatte in Reykjavík in früheren Zeiten für Menschenleere gesorgt, weil jeder auf dem Land unterwegs war, Verwandte und Freunde besuchen oder gemeinsam zelten. Heutzutage finden jedoch kulturelle Veranstaltungen im ganzen Land statt. In Ísafjörður kann man an diesem Wochenende die europäischen Mesterschaften im Schlammfussball besuchen, dazu gibt es Musik von Blaz Roca, Retro Stefson und Skítamórall. In Neskaupstaðir in den Ostfjorden findet das jährliche Neistaflug Festival statt, mit allen möglichen familienfreundlichen Veranstaltungen, sowie Live-Musik von Í svörtum fötum, Todmobile und Vintage Caravan.

Auf den Westmännerinseln hat derweil das alljährliche Volksfest Þjóðhátið begonnen. Geschätzte 15.000 Gäste sind mit dem Flugzeug und der Fähre Herjólfur auf der Insel Heimaey gelandet, um zwei Tage lang Livemusik auf dem Campingplatz zu feiern. In diesem Jahr haben unter anderem Páll Óskar, die Band Sálin Hans Jóns mins und FM Belfast ihr Kommen angekündigt.

Das Fest auf den Westmännerinseln war in den vergangenen Jahren wegen Drogenkonsums und Vergewaltigungen in die Negativschlagzeilen geraten. In diesem Jahr, so berichtet RÚV, sind bisher 30 Drogenkonsumfälle aktenkundig geworden, ähnlich viele wie in den letzten Jahren.

Körperverletzungen wurden der Polizei keine gemeldet. Über das Vorkommen möglicher Vergewaltigungen wollte der Leiter der Polizeidienststelle, Jóhannes Ólafsson, sich nicht äussern

Die Polizeipräsidentin der Westmännerinseln, Þórey Borgþórsdóttir, hatte in einer schriftlichen Anweisung an die diensthabenden Polizisten vorgestern verfügt, dass keinerlei Informationen über Vergewaltigungen an die Medien weitergeleitet werden dürfen, um die Opfer zu schützen.

Diese Anweisung hatte Proteste von Politikern, dem Asyl für Opfer sexueller Gewalt, Stígamót, und der isländischen Frauenrechtsvereinigung Kvenréttindafélag nach sich gezogen. Die Frauenrechtsvereinigung befürchtet ein Totschweigen von sexuellen Übergriffen, und dies in einer Zeit, wo Opfer von Vergewaltigung und sexueller Nötigung endlich den Schritt an die Öffentlichkeit wagten.

Das Parlamentsmitglied der Piraten, Jón Þór Ólafsson, hat dem Innenministerium nun eine offizielle Anfrage vorgelegt, in welcher er um eine detaillierte Aufstellung aller Vergewaltigungsfälle seit dem Jahr 2000 bis zum 8. September, dem ersten Parlamentstag nach der Sommerpause, ersucht, aufgelistet nach Datum und Ort. „Kann ein Polizeibezirk an sich entscheiden, eine Information nicht zu veröffentlichen? Kann er ebenso entscheiden, Informationen zu Diebstahl oder Mord nicht zu veröffentlichen? Wo liegen da die Grenzen?“ wird Jón Þór von mbl.is zitiert. Er bezeichnet es als einen Fehler im System, der korrigiert werden müsse.

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