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Kadmium-haltiger Dünger in Island

Haraldur Benediktsson, der Vorsitzende des isländischen Bauernverbandes, hat die Lebensmittelüberwachungsbehörde MAST aufgefordert, der Öffentlichkeit mitzuteilen, in wie weit Landwirte informiert wurden, dass ihnen ein Düngemittel mit hohem Kadmiuminhalt verkauft worden ist.

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Themenfoto: Páll Kjartansson.

RÚV berichtete vorgestern, dass im letzten Jahr in 11 verschiedenen Sorten Düngemittel des Anbieters Skeljungur überhöhte Kadmiummengen gefunden worden sind. Schwermetalle wie Kadmium gelangen durch die Nahrungskette in den menschlichen Körper und können Krebs verursachen.

MAST hat nun den Verkauf der fraglichen Düngemittel verboten. Die Stichproben waren im Frühjahr 2011 erfolgt.Eine Auswertung hatte es jedoch erst im Dezember gegeben, nachdem die Landwirte den Dünger auf ihren Felder verteilt hatten und das Heu nun an ihr Vieh verfüttern.

Unter den Käufern befindet sich auch die isländische Bodenkonservierungsbehörde, die 850 Tonnen des Düngemittels Sprettur 23-12 geordert hatte. Sprettur 23-12 enthält dreimal soviel Kadmium wie erlaubt.

Die erlaubte Höchstmenge an Kadmium beträgt 50 Milligramm per Kilo Phosphor. Einige Sorten aus dem Hause Skeljungur weisen jedoch bis zu 159 Milligramm pro Kilo auf, berichtet ruv.is.

Guðmundur Stefánsson, der Chef der Bodenkonservierungsbehörde, hält die Angelegenheit für äußerst bedenklich.

Haraldur sagte, sowohl Verkäufer als auch Käufer hätten auf die Überwachungsauthorität von MAST vertraut. Solche Arbeitsmethoden schadeten der Integrität der Behörde. “Es ist nicht akzeptabel, Monate später zu hören, dass mit einem Produkt etwas nicht stimmt,” sagte er ruv.is.

Er meint jedoch auch, dass der Schaden nicht allzugroß und die Konsequenzen in der Landwirtschaft nicht zu schwerwiegend seien. Doch müsse man aus diesen Fehlern lernen und Arbeitsmethoden überprüfen.

„Wir haben strenge Vorschriften, weitaus strenger als anderswo,“ sagte Haraldur über den Kadmiumgehalt von in Island erlaubten Düngemitteln.

In einem Interview der isländischen Landwirtschaftszeitung Bændablaðið sagte Valgeir Bjarnason, Fachmann für Düngemittel und Mitarbeiter von MAST, dass die Information über den Kadmiumgehalt in den Düngern nicht eher hatte veröffentlicht werden können, weil man von der Tatsache überrascht worden war, dass Skeljungur verunreinigte Düngemittel vertreibt und der Verkauf schon stattgefunden war.

In einer Erklärung der Firma Skeljungur hieß es vorgestern, dem Unternehmen sei von seinem Zulieferer in Großbritannien zugesichert worden, dass sich solch ein Fehler nicht wiederholen werde, berichtet das Morgunblaðið.

„In der europäischen Union gibt es keine Höchstwerte für Kadmium in Düngemitteln“, heißt es weiter in der Erklärung. Island sei eins der wenigen Länder, welches weiter als die EU gehe und eigene Höchstwerte für Kadmium in Düngemitteln ansetze.

DT

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