Isländerin verlor Erinnerung an zwölf Jahre Skip to content

Isländerin verlor Erinnerung an zwölf Jahre

By Iceland Review

Die letzte Ausgabe des Icelandic Medical Journal beschreibt den Fall einer jungen Frau, die an retrograder Amnesie leidet, einer speziellen Form des Gedächtnisverlustes, bei der sich die Betroffenen nicht mehr an Ereignisse vor einem bestimmten Zeitpunkt erinnern können.

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Ein Festival in Siglufjördur. Die Frau hatte eine Reise mit ihrer Freundin im Sommer 1997 dort geplant. Themenfoto: Páll Stefánsson.

Als die Frau im Oktober 2009 das erste Mal in Behandlung kam, gab sie an, sie wisse, welches Jahr es sei (denn sie war vom Personal der psychiatrischen Klinik darüber informiert worden) könne aber das Gefühl nicht loswerden, es sei Juli 1997.

Aus ihren Leben während der letzten zwölf Jahre war ihr lediglich eingefallen, dass sie zeitweise als technische Zeichnerin in einer Ingenieurfirma gearbeitet hatte, berichtete mbl.is.

Sonst konnte sie sich an nichts erinnern und sie war sich nicht sicher, was Traum und was Realität war. Das verursachte ihr Unbehagen und Angst.

Denn alle ihre Verwandten waren plötzlich gealtert, und sie war schockiert, sich im Spiegel zu sehen. Sie weinte, als sie erfuhr, dass ihre Grossmutter gestorben war – der Todesfall lag ein paar Jahre zurück – und sie erkannte ihre Nichten und Neffen nicht, die in den letzten zehn Jahren zur Welt gekommen waren.

Auf den Rat ihres Psychiaters hin blätterte sie mit ihrer Mutter die Familienalben der letzten zwölf Jahre durch in der Hoffnung, ihr Gedächtnis käme zurück. Aber sie fürchtete sich vor weiteren schlechten Nachrichten wie dem Tod ihrer Grossmutter.

Im Icelandic Medical Journal heisst es:

Retrograde Amnesie, bei der mehrere Jahre plötzlich aus dem Gedächtnis verschwinden, ist eine bekannte, aber seltene Form der Gedächtnisstörung unter jungen und alten Menschen.

Für diejenigen, deren Gehirn durch eine bekannte organische Schädigung, etwa ein Schädeltrauma, betroffen ist, beträgt der Verlust an erinnerter Zeit gewöhnlich keine Jahre, sondern eher Stunden, Tage oder Wochen.

Wir überprüfen in diesem Artikel das gegenwärtige Wissen über retrograde Amnesie, indem wir die Erfahrung einer 31 Jahre alten Frau beschreiben, die eine ungewöhnlich lange Form der retrograden Amnesie erlebte.

Sie entwickelte den Gedächtnisverlust in einem Sog von Enttäuschung und durch ein existenzielles Erlebnis. Zu diesem Zeitpunkt litt sie an einer schweren Depression.

Nachdem wir den Fall beschrieben und die Resultate der neuropsychologischen Tests vorgetragen haben, verknüpfen wir ihre Geschichte mit dem Wissensstand über retrograden Gedächtnisverlust.“

bv

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