Isländer weniger mit ihren eigenen Siedlern verwandt als Skandinavier Skip to content

Isländer weniger mit ihren eigenen Siedlern verwandt als Skandinavier

Die Skandinavier und Briten der Gegenwart sind viel enger mit den ersten Siedlern in Island verwandt als die Isländer selber, hat eine neue isländische Genforschungsstudie herausgefunden. Als Grund dafür werden die Katastrophen angenommen, welche die Inselbevölkerung in den vergangenen 1100 Jahren seit der Landnahme verändert haben. Dazu zählen Vulkanausbrüche, Hungersnöte und Seuchen, zitiert Vísir eine Reportage auf Stöð 2.

“Wir haben da den Schwarzen Tod, die Grippeepidemie zu Beginn des 18. Jahrhunderts, die 25 Prozent der Bevölkerung das Leben kostete. Wir haben móðuharðindin (die grosse Hungersnot nach dem Ausbruch des Vulkans Laki im Jahr 1783), die noch einmal ca. 20 Prozent der Bevölkerung das Leben kostet.” erklärt Agnar Helgason, Humanbiologe beim isländischen Genforschungsinstitut.

“Und was passiert da? Da verliert sich soviel Erbgut. Da sind so viele, die keine Kinder haben und ihr Erbgut nicht an die nächste Generation weitergeben. Der grosse Genpool, mit dem die Landnehmer vor 1100 Jahren gekommen sind, hat es nicht ganz bis in die Gegenwart geschafft. Aber in Grossbritannien und in Skandinavien ist dieses Erbgut viel besser bewahrt worden,” sagt der Humanbiologe.

Ähnliches ist bei den Haustieren in Island passiert. Emma Eyþórsdóttir, Genetikerin an der Landwirtschaftshochschule, nennt da das Hausschwein der Landnahmezeit, welches im 15. Jahrhundert im Zuge der kleinen Eiszeit ausgestorben ist, weil es draussen lebte und die Kälte nicht vertrug.

Die schlimmste Katastrophe für die Haustiere war móðuharðindin, die Hungersnot nach dem Laki-Ausbruch. “Da brachen die Bestände bei Rindern, Pferde und Schafen, und bei den Ziegen völlig zusammen. Daraus ist etwas entstanden. Man sagt ja immer, dass die Stärksten bei einer Katastrophe überleben.”

Sign up for our weekly newsletter

Get news from Iceland, photos, and in-depth stories delivered to your inbox every week!

* indicates required

Subscribe to Iceland Review

In-depth stories and high-quality photography showcasing life in Iceland!

Share article

Facebook
Twitter