Isländer nach Krise zufriedener mit Familienleben Skip to content

Isländer nach Krise zufriedener mit Familienleben

By Iceland Review

Obwohl es zahlreiche Gründe gibt anzunehmen, dass der Bankenzusammenbruch im Oktober 2008 und die daraus resultierenden Folgen einen negativen Einfluss auf das Leben Isländischer Familien ausgeübt hat, scheint das im Allgemeinen gar nicht zuzutreffen, wie eine Studie des Social Research Centers belegt.

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Themenfoto: Páll Kjartansson.

Im Gegenteil: Die Scheidungsrate sank, die Arbeitsbelastung scheint das Familienleben weniger zu beeinflussen, und die Aufgabenteilung im Haushalt ist inzwischen gerechter unter den Geschlechtern aufgeteilt. Insgesamt sind die Isländer zufriedener mit ihrem häuslichen Leben als in einer vergleichbaren Studie von 2005, wie Morgunbladid berichtet.

Zu den Faktoren, die diese Entwicklung erklären könnten, gehört sicherlich die Reduzierung von Arbeitsstunden bei Männern, die zu mehr Mitarbeit im Haushalt führte. Studien belegen, je höher die Gleichberechtigung daheim, desto zufriedener sind die Menschen mit dem Familienleben.

Trotzdem ist die Hausarbeit weiterhin in erster Linie in Frauenhand. 2005 verbrachten Frauen durchschnittlich 15,5 Stunden pro Woche mit Hausarbeit, die Zahl sank 2010 auf 13 Stunden. Männer arbeiten dagegen knapp eine Stunde mehr als zuvor, nämlich neun Stunden pro Woche, im Haushalt mit.

Das Social Research Center weist darauf hin, dass in Ländern, in denen die Aufgaben im Haushalt gleichmässiger verteilt sind, Streitereien um Haushaltsfragen anstiegen; und genau das scheint gerade in Island zu passieren. Die Hausarbeit führt öfter zu Streit als zu Zeiten vor der Krise.

2005 erklärten 39 Prozent der Befragten, die Arbeitsteilung führe nie zu Auseinandersetzungen, in diesem Jahr sind es nur noch 20 Prozent.

Gleichzeitig hat sich die Zahl derer, die wegen dieses Themas ein paar Mal pro Jahr streiten, verdoppelt, aber auch die Zahl derer, die sich deswegen ein paar Mal monatlich in die Haare bekommen, stieg.

Auch diese Veränderung wird insofern der Krise zugeschrieben, dass Spannungen, die durch eine knappere finanzielle Lage hervorgerufen werden, in Haushalts-Streitereien ihren Ausbruch finden.

In Hinsicht auf bezahlte Arbeit scheinen Isländer heute etwas weniger zu arbeiten als noch vor fünf Jahren. Die wöchentliche Durchschnittsarbeitszeit bei Männern sank von 52 auf 46 Stunden, während Frauen durchschnittlich 35 Stunden pro Woche, zwei weniger als 2005, arbeiten.

Übersetzung: Gabriele Schneider.

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