Isländer in Dänemark helfen obdachlosem Landsmann Skip to content

Isländer in Dänemark helfen obdachlosem Landsmann

Mitglieder der Facebookgruppe “Isländer in Kopenhagen” haben sich zusammengetan, um das Apartment eines obdachlosen Isländers in der dänischen Hauptstadt einzurichten.

Björg Magnúsdóttir ist seit mehr als sieben Jahren die Dolmetscherin und Vertraute des Mannes. Sie entschloss sich, an die Hilfsbereitschaft der isländischen Gemeinde in Kopenhagen zu appellieren, nachdem die Behörden der Stadt dem Mann eine neue Wohnung zur Verfügung gestellt hatten.

“Er hatte nichts. Er bezieht eine Schwerbehindertenrente in Dänemark, die bei 120.000 ISK liegt (855 EUR), und 80 Prozent davon gehen in die Wohnungsmiete,” erklärte sie Vísir gegenüber. Der Mann hatte die Wohnung vor zwei Monaten zugewiesen bekommen, es war dies der erste feste Wohnsitz seines Lebens, nach einem mehr als zwei Jahr langen Kampf mit den Behörden. Seit sieben Jahren hatte er in Obdachlosenheimen gelebt.

Björg traf ihn, als sie in solch einem Heim dolmetschen sollte. “Er ist sehr besonders,” sagt sie. “Ich habe noch nie für so jemanden gedolmetscht, und ich habe sicher um die 60 Aufträge gehabt. Ich musste mich regelrecht auf ihn einstellen, in sprachlicher Hinsicht, ich konnte nicht so formell sein wie sonst.”

Der Mann habe einen begrenzten isländischen Wortschatz und spreche so gut wie kein Dänisch. Sie baute über die Jahre eine besondere Beziehung zu ihm auf. Er sei lebendig, tiefgründig, freundlich und sehr dankbar. “Total liebenswürdig,” sagt sie.

Vor zwei Monaten wurde ihm schliesslich eine Wohnung in einem netten Stadtteil Kopenhagens angeboten, aber keine Möbel. Ein Kühlschrank und ein Herd waren vorhanden, jemand schenkte ihm eine dünne Matratze. Ansonsten besass er noch seinen grössten Schatz, eine Playstation und einen Fernseher.

Der Facebookappell der Dolmetscherin erhielt nicht nur Hunderte von Likes, privaten Nachrichten und Möbeln für die Wohnung des Mannes, sondern führte auch dazu, dass alte Freunde und Familienmitglieder aus Island Kontakt zu dem verlorenen Sohn aufnahmen. Einer von ihnen will ihn nun besuchen.

Der Mann hat sein gesamtes Erwachsenenleben auf der Strasse verbracht. Mit 13 verliess er die Schule, ging eine Weile zur See und lebt seitdem auf der Strasse. Alkohol- und Drogenkonsum haben seiner körperlichen wie geistigen Gesundheit zugesetzt, doch seit einem Jahrzehnt ist er trocken und drogenfrei.

Auch wenn er nicht gesund genug ist, um einer Arbeit nachzugehen, so nimmt er doch an einem Fitnessprogramm teil und erhält Wiedereingliederungshilfe von der Stadtverwaltung. Dazu gehört Begleitung bei Behördengängen und Einkäufen.

Björg sagt, ihr Freund sei “superglücklich und dankbar” über die Freundlichkeit von Unbekannten.

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