IMF zur wirtschaftlichen Lage Islands Skip to content

IMF zur wirtschaftlichen Lage Islands

Der Internationale Währungsfond IMF hat vergangene Woche das wirtschaftliche Stabilitätsprogramm für Island überprüft.

Copyright: Icelandic Photo Agency.

Dies ermöglicht die Freigabe der Kredite, die Island vom IMF, Polen und den Nordischen Ländern zugesagt worden waren. Die Zentralbank von Island wird damit über 100 Milliarden ISK (540 Millionen Euro) verfügen, um ihre Devisenreserven aufzustocken.

Die Kredite sollen nicht nur den Wechselkurs der isländischen Krone stärken, sondern auch die Liquidität der Staatskasse in den kommenden Jahren garantieren, sagte Wirtschaftsminister Gylfi Magnússon gegenüber Morgunbladid.

Die isländische Zentralbank konnte daher erste Schritt zur Aufhebung der Währungsbeschränkungen unternehmen. Für Neuinvestitionen darf wieder ausländisches Kapital ins Inland fliessen und inländisches Kapital ins Ausland überwiesen werden.

Nach dem IMF-Bericht, der am Dienstag veröffentlicht wurde, werden sich Islands Auslandsschulden dieses Jahr voraussichtlich auf 310 Prozent des Bruttoinlandsproduktes belaufen, berichtet Morgunbladid.

Mehr als 20 Prozent der grössten Firmen Islands stehen am Rande des Bankrotts oder der Zahlungsunfähigkeit. Jeder fünfte Haushalt hat eine negative Vermögensbilanz und der Prozentsatz wird ansteigen, wenn die Immobilienpreise weiter fallen.

Jedoch weist der Bericht darauf hin, dass Islands Schuldenlage nicht so schlecht ist wie anfangs angenommen. Der IMF glaubt, Island könne seinen Verbindlichkeiten nachkommen und prognostiziert für 2011 wieder ein wirtschaftliches Wachstum von 0,9 Prozent, das bis 2014 auf vier Prozent ansteigen könne.

In dem Bericht werden auch mehrere Risikofaktoren erwähnt. Das grösste Risiko: Wenn ein Gerichtsbeschluss das im Oktober 2008 erlassene Notstandsgesetz annullieren würde, wäre der Staat mit 620 Milliarden ISK (3,1 Milliarden Euro) belastet und die Schulden erhöhten sich um 40 Prozent des Bruttoinlandsproduktes.

Es wird vermutet, dass die Banken zwei von drei Krediten, die sie an isländische Firmen vergeben haben, prüfen oder sogar abschreiben müssen. Die Zahl der Konkurse ist dieses Jahr um 20 Prozent gegenüber 2008 gestiegen.

Nach dem IMF-Report glauben viele Isländer, eine schnelle Lösung für die wirtschaftlichen Probleme des Landes sei die Annahme des Euro. Jedoch habe die Regierung eingestanden, dass die Ausführung einer solchen Lösung viele Jahre in Anspruch nehmen würde.

Zusammenfassung: Bernhild Vögel.

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