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“Ich wollte niemanden wecken”

By Iceland Review

In der Nacht zum Freitag erhielt die Polizei in Reykjavík einen Anruf, wo jemand um Hilfe bat, weil er sich mit seinem Fahrzeug auf einer Bergstrasse vor den Toren der Stadt festgefahren hatte. Er war an den Schildern mit der Aufschrift “ófært” (geschlossen) vorbeigefahren, berichtet visir.is.

Die Polizei fragte den Anrufer, ob er zuvor Familie oder Freunde um Hilfe gebeten habe. Der Mann sagte, er habe mitten in der Nacht niemanden wecken wollen und verlangte Unterstützung durch ein Rettungsteam der Björgunarsveit.

Die Bergretter machten sich also auf den Weg und trafen im Schnee bei minus 7 Grad einen Autofahrer in Lackschuhen und Lederjacke an, der überdies sehr unzufrieden war, dass die Björgunarsveit sein Auto nicht aus dem Schnee ziehen wollten, sondern ihn nur in die Stadt zurückbrachten.

“Es ist vorgekommen dass Fahrzeuge beim Abschleppen beschädigt wurden,” sagte die Sprecherin von Landsbjörg, Ólöf Snæhólm Baldursdóttir gegenüber visir.is. “In solchen Fällen müssen die Björgunarsveit für den Schaden aufkommen. Die Leute sollten sich klarmachen, dass die Björgunarsveit aus Freiwilligen bestehen, deren Tätigkeit aus Spenden finanziert wird, und nicht aus den Steuern der Allgemeinheit.” Das Beispiel vom Mann in Lackschuhen stehe nicht alleine da. “Wir tun alles, um Menschen in Notlagen beizustehen und Leben zu retten,” sagt Ólöf Snæhólm, “aber wir sind kein Dienstleistungsunternehmen.”

Ein Kommentator der visir-Nachricht schreibt, er sei selber Mitglied einer Rettungsmannschaft und habe schon unzählige Einsätze im Schnee hinter sich. In der Regel würden die Leute ins Warme gebracht und dann ein Abtransport des Fahrzeugs zumindest in die Wege geleitet.

Ein Auto aus dem Schnee zu holen stelle eine Gefahr dar und sei sehr viel Arbeit, und bei zehn Fahrzeugen, (was im Schneesturm nicht selten vorkommt) eine Riesenaktion, wenn man bedenke, dass man in 50 Prozent aller Fälle das Fahrzeug freischaufeln müsse, weil es sich gar nicht ziehen lasse.

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