Icesave geht vermutlich vor Gericht Skip to content

Icesave geht vermutlich vor Gericht

icesave-logoDie Aufsichtsbehörde der EFTA, ESA, wird vermutlich nicht auf die Statistiken des Landsbanki-Bankrottes warten und stattdessen den Icesave Disput vor Gericht bringen.

Sie will dies trotz der möglichen Zahlung von 200 Mrd. ISK (1,3 Mrd EUR, 1,7 Mrd. USD) aus dem bankeigenen Vermögen in die Icesavekonten tun. Damit könnten die Forderungen an Island auf 475 Mrd. ISK ansteigen.

Der Pressesprecher der ESA Trygve Mellvang-Berg wollte dem Fréttabladid gegenüber keinen Kommentar abgeben. Er bestätigte jedoch dass die ESA Island eine Verlängerung bis Monatsende zugestanden habe, um den Fall aufzuarbeiten.

Wirtschaftsminister Árni Páll Árnason hatte gesagt, dass die Rückforderungen aus dem Vermögen der Bank grössten Einfluss auf den Ausgang des Streites haben könnten, doch nach Quellen der Zeitung sieht die ESA das anders.

Die ESA ist weiterhin der Meinung, Island müsse mindestens 20.000 EUR (3,2 Mio ISK, 27.000 USD) pro Anleger zahlen. Sobald die Rückzahlungen erfolgt sind, werde die Angelegenheit fallengelassen.

Nach Aussage von Lárus Blöndal, Anwalt beim Obersten Gerichtshof, der für Island einen Sitz im

Verhandlungskommitee hielt, könnten die Rückzahlungen aus dem Bankvermögen keinesfalls vor dem nächsten Monat beginnen und nur wenn der Oberste Gerichtshof die Notfallverordnung von 2008 bestätigt habe.

Ein Urteil dazu wird in den kommenden Wochen erwartet, und wenn die Notfallverordnung bestätigt werden sollte, könnte 400 Mrd. ISK an Hauptforderungen aus dem Bankvermögen gezahlt werden. Davon würden 200 Mrd. ISK an die Icesave-Anleger gehen.

Blöndal meinte, wenn die ESA bei ihrer Haltung bleibe, dass Island für die Einlagen eine Versicherung garantiere, könnten England und die Niederlande Zinsen für die Summen verlangen die sie in 2008 an die Anleger gezahlt hatten, um deren Verluste zu decken.

Die ursprüngliche Icesave-Vereinbarung hatte 5,55 Prozent Zinsen vorgesehen und war in einem nationalen Referendum im Jahr 2010 abgelehnt worden. Eine zweite Variante mit einer Zinssumme von 2,57 Prozent wurde in diesem Jahr vom isländischen Volk abgelehnt.

Blöndal betonte, alles in diesem Stadium sei Spekulation. Wenn es jedoch zu einem Urteil käme, nach dem Island Sparer in isländischen Banken auf Grund ihrer Nationalität diskriminiert habe, als die Notfallverordnung 2008 in Kraft trat, könnten England und die Niederlande verlangen dass Island die Schuldenlast ganz zu tragen habe.

Das würde die Gesamtschuld für Icesave von 675 Mrd. ISK auf 1,150 Mrd. ISK (7,2 Mrd. EUR, 9,7 Mrd USD) anheben, zuzüglich möglicher Zinsforderungen.

Hier finden Sie mehr über Icesave.

DT

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