Heute ist Öskudagur! Skip to content

Heute ist Öskudagur!

In vielen Ländern wird in dieser Zeit des Jahres Karneval gefeiert. In Island dauert Karneval oder Fasching drei Tage, Bolludagur (Rosenmontag), Sprengidagur (Faschingsdienstag) und Öskudagur (Aschermittwoch).

ashday01_esaFoto: Eygló Svala Arnarsdóttir/Iceland Review.

Öskudagur, auf Deutsch übersetzt Aschentag, ist in vielerlei Hinsicht Islands Antwort auf Halloween.

Kinder, sie haben am öskudagur schulfrei, ziehen sich verrückte Kostüme an: gruselige, lustige, ganz nach persönlichem Geschmack. Dann ziehen sie durch die Straßen, gehen in Läden und Firmen, singen dort und bekommen dafür Süßigkeiten.

Ursprünglich ein katholischer Feiertag, markiert der Aschermittwoch den Beginn der Fastenzeit am Mittwoch sieben Wochen vor Ostern, wie auch auf den Wissenschaftsseiten der Universität von Island zu lesen ist.

Laut Bibel ist Asche heilig, und in manchen Ländern wird heute Asche über die Köpfe der Kirchgänger gestreut oder auf ihre Stirnen gestrichen.

In Island haben die Leute früher am Aschentag versucht, anderen unbemerkt mit Asche gefüllte Säckchen an den Rücken zu heften. In manchen Schulen stellen Kinder auch heute noch vor öskudagur solche Säckchen im Handarbeitsunterricht her.

Der Aschermittwoch in seiner jetzigen Form wurde erstmals Anfang des 20. Jahrhunderts in Akureyri gefeiert, verbreitete sich schnell im ganzen Land.

Aber noch immer ist Akureyri inoffizielle Aschermittwoch-Hauptstadt. Dort wird auf dem Stadtplatz ein bunt geschmücktes Fass aufgehängt, und die Kinder versuchen, „die Katze aus dem Fass zu schlagen“, wie das Spiel genannt wird.

Viele Kinder geben sich bei ihren Kostümen und beim Singen sehr viel Mühe.

Obwohl heute fast alle Kostüme gekauft werden, sieht man auch viele selbstgemachte Kostüme, in welche die Kinder ganz offensichtlich viele Gedanken und Kreativität investiert haben.

ashday02_esaFoto: Eygló Svala Arnarsdóttir/Iceland Review.

„Die kreativsten Kostüme, die ich in den letzten Jahren gesehen habe, waren eine Playmobil-Figur und ein iPod“, erzählt unsere Iceland-Review-Kollegin Eygló.

Ein erfolgreiches öskudagur-Team muss gut vorbereitet sein. Geschwister, Kusins und Freunde entscheiden schon Wochen vor dem großen Tag, mit wem sie ein Team bilden möchten.

Wenn man beispielsweise bedenkt, dass die Süßigkeiten am Schluss unter allen aufgeteilt werden, sollte ein Team nicht aus mehr als vier oder fünf Kindern bestehen.

Dann beginnt die eigentliche Arbeit. Sie erstellen eine Liste mit Liedern und eine zu den Liedern passende mit den Unternehmen, denen sie ein Ständchen bringen möchten.

In der Molkerei ist es etwa empfehlenswert, über Kühe oder den Milchmann zu singen, in der Bank kommen Lieder über Banküberfälle gut an. Die richtige Liedauswahl führt mit großer Wahrscheinlichkeit zu einer größeren Zahl an Süßigkeiten.

Ratsam ist es auch, originell zu sein. Die Leute wollen nicht den ganzen Tag das gleiche Lied hören, also sollte das Repertoire auch einige Oldies zu den alltäglichen Liedern umfassen.

Die wirklich Ambitionierten singen Lieder aus Musicals, bei denen jedes Kind eine eigene Rolle singt, oder Volkslieder in Duett-, Trio- oder Quartettversionen. Mitglieder von Kinderchören sind bei öskudagur-Teams immer besonders beliebt.

Am Öskudagur stehen die Kinder früh auf, um schnell aus dem Haus zu kommen. Sie ziehen ihre Kostüme an (dabei ist es ratsam, etwas Warmes darunter zu tragen) und schminken sich, bevor sie sich mit dem Rest ihres Teams treffen und Richtung Innenstadt losziehen – rechtzeitig zur Ladenöffnungszeit.

Dann hört man unerbittlich Gesang, bis die Taschen mit Süßigkeiten gefüllt sind oder die Ladenbetreiber ein Schild ins Fenster hängen, auf dem steht: „Krakkar! Nammið er búið!” („Kinder! Die Süßigkeiten sind alle!”).

Am frühen Nachmittag ist den Kindern normalerweise kalt, sie sind hungrig und erschöpft von all dem Gelaufe und Gesinge. Dann ist es Zeit, nach Hause zu gehen und all den leckeren Süßkram zu schlemmen, so lange, bis einem der Bauch wehtut.

gab

Sign up for our weekly newsletter

Get news from Iceland, photos, and in-depth stories delivered to your inbox every week!

* indicates required

Subscribe to Iceland Review

In-depth stories and high-quality photography showcasing life in Iceland!

Share article

Facebook
Twitter