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Grasende Schafe kritisiert

Das isländische Forstamt und die Bodenkonservierungsbehörde haben scharf kritisiert, dass neuerdings Schafe auf den geschützten Hochlandweiden Almenningar in der Nähe des südisländischen Naturreservates Þórsmörk weiden.

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Themenfoto: Páll Stefánsson.

„Es lag nie in unserer Absicht, die Schafe auf dem Nachbarland weiden zu lassen. Aber wenn der Nachbar Zäune bauen muss und das nicht tut – wie lange sollen wir darauf warten?“ fragte Guðmundur Viðarsson, der Sprecher der Landeigner in Almenningar, berichtet das Fréttablaðið.

Das Verhalten der Bauern wurde als unmoralisch bezeichnet, weil die Schafe nun empfindliche Waldregionen in Þórsmörk erreichen können.

Guðmundur weist die Verantwortung an die Forstbehörde zurück, die dafür zu sorgen habe, dass die Gegend von den Weiden abgetrennt werde. Seit drei Jahren warteten die Bauern auf die Zäune.

In einer Erklärung protestiert die Forstbehörde dagegen, dass die Schafe in die Almenningar getrieben werden.

„Die Weiden sind in einem aktuellen Bericht der Landwirtschaftshochschule als ungeeignetes Weideland bezeichnet worden, sie werden nicht abgezäunt […]. Es besteht das Risiko, dass das Weiden Jahrzehnte der Aufforstungsarbeiten durch Freiwillige und Institutionen in der Region Þórsmörk ruiniert,“ heißt es in der Erklärung.

Die Angelegenheit hat eine lange Geschichte. Im Jahr 1930 übergaben Bauern in Fljótshlíð die Region zur Verwaltung an die isländische Forstbehörde, unter der Auflage, dass sie abgezäunt werden müsse.

1990 wurde ein Zehnjahresplan für die Erhaltung von Almenningar erstellt, woraufhin die Forstbehörde den Zaun entfernte, weil der Erhalt zu teuer und offenbar auch unnötig geworden war.

Nachdem der Plan ausgelaufen war, wollten die Bauern ihn nicht erneuern und stattdessen die Schafe wieder nach Almenningar bringen. Das Land wird nun als öffentlich bezeichnet, die Bauern behalten aber die Rechte für Hochlandweiden.

Sveinn Runólfsson vom Amt für Bodenkonservierung sagte RÚV, dass die Bauern das Abkommen zur Hochlandnutzung des Bezirks Rangárvallasýsla verletzten, sowie eine neuere Regelung der Behörden, welche besagt, dass Schafe keine Weiden nutzen dürften, deren Tauglichkeit vorher nicht nachgewiesen sei.

Guðmundur weist Sveinns Anschuldigung zurück: „Er musste uns ja anklagen.“

In seinem blog auf dv.is schreibt der Autor und Reiseleiter Páll Ásgeir Ásgeirsson, dass die 28 Schafe zwei Besitzern zuzuordnen seien – einem Blechschmied und einen IT-Wissenschaftler. Die seien ja keine echten Bauern, meint Páll Ásgeir.

Páll Ásgeir nennt das Grasen der Schafe in Almenningar „Terrorismus“.

DT

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