Gletscherlauf an der Skaftá Skip to content

Gletscherlauf an der Skaftá

Der Wasserpegel im Fluss Skaftá ist in den vergangenen 36 Stunden gestiegen, es muss davon ausgegangen werden, dass sich dort derzeit ein Gletscherlauf ereignet. Dies meldet der isländische Wetterdienst, der auch die vulkanische Tätigkeit im Land überwacht.

Am wahrscheinlichsten kommt der Gletscherlauf aus dem westlichen Skaftárkessel, einem wassergefüllten Vulkankrater im Südteil des Vatnajökull, der zuletzt im Januar 2014 überlief. Bestätigt werden kann dies jedoch nur durch einen Flug über das Gebiet, berichtet ruv.is.

Die Durchflussrate am Sveinstindur im Skaftárhreppur beträgt derzeit 150 Kubikmeter pro Sekunde, es besteht Gefahr dass der Fluss heute oder morgen über die Ufer tritt. Das Wasser bringt starken Schwefelgeruch mit sich, der Augen, Atemwege und Schleimhäute reizen kann.

Touristen werden eindringlich gebeten, sich vom Skaftárjökull, Tungnaárjökull und Síðujökull fernzuhalten, solange der Gletscherlauf andauert. Das gleiche gilt für Touristen, die sich auf den Gletschern und in der Nähe der Krater befinden. In der Region können sich jederzeit und ohne Vorwarnung Spalten im Eis auftun, durch welche Schmelzwasser an die Oberfläche dringt.

Das Wasser stammt aus zwei Erdwärmekratern innnerhalb des Vatnajökull. Wenn diese überlaufen, fließt das Schmelzwasser zunächst 40 Kilometer unterhalb des Gletschers entlang und dann 20 Kilometer im Fahrwasser der Skaftá, bevor es die erste Messstation erreicht, die sich am Sveinstindur befindet.

Aus den beiden Kratern läuft in der Regel alle zwei Jahre Schmelzwasser in den Fluss, meist zwischen 200 und 700 Kubikmeter, die Höchstmenge betrug 900 Kubikmeter. Es dauert eine ganze Weile bis das Wasser die Ringstraße erreicht, es breitet sich meist in der Lava unterhalb der Skálarheiði aus. Hier erreicht es seine größte Ausdehnung erst, wenn die Durchflussmenge am Sveinstindur gesunken ist.

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