Feinstaubbelastung in Reykjavík ist höher als in den USA Skip to content

Feinstaubbelastung in Reykjavík ist höher als in den USA

Die Feinstaubbelastung in Reykjavík ist höher als in grossen Industriemetropolen der USA. Das ist ausgesprochen merkwürdig und muss untersucht werden, findet Dr. Larry G. Anderson, ein US-amerikanischer Umweltexperte, der nach Island gekommen ist, um die Lage hier zu beurteilen, berichtet RÚV.

Anderson ist Emeritus der Universität in Denver, Colorado und untersucht seit 45 Jahren die Luftverschmutzung in den USA. Derzeit schaut er sich die Messdaten hier in Island an, die die Umweltagentur und das Reykjavíker Energieunternehmen Orkuveita Reykjavíkur in den letzten zwei, bzw. sechs Jahren ermittelt haben. Dabei geht es um die Menge an Feinstaub, Distickstoffmonoxyd und Schwefelwasserstoff in der Atemluft.

Anderson verglich die isländischen Daten mit denen aus den USA und traute seinen Augen nicht. “Ich hätte nie gedacht, dass ein Land wie Island über die Grenzwerte geht. Ich bin sehr erstaunt, wieviel Feinstaubbelastung es hier gibt,” wundert er sich.

Reykjavík sei eine kleine Stadt, wo die Häuser mit sauberer, erneuerbarer Energie geheizt werden. In Denver hingegen leben drei Millionen Einwohner, und in der Regel wierden dort fossile Brennstoffe von Industrie und Privathaushalten zum Heizen eingesetzt. Hier wie dort gibt es Diesel- und Benzinfahrzeuge. In Denver wird die Feinstaubbelastung täglich gemessen. Der Grenzwert ist dort seit zehn Jahren nicht überstiegen worden. “Ich habe die Daten mit denen vom Grensásvegur verglichen, und danach lagen die Feinstaubwerte dort 10 bis 13 Mal pro Jahr über dem Grenzwert.” erklärt Anderson.

Die Spikes an der Winterbereifung sind in diesem Fall keine Erklärung, denn die verursachen eher groben Staub. Der Feinstaub hingegen ist gefährlich und müsste eigentlich täglich gemessen werden. Man geht dennoch davon aus, dass fossile Brennstoffe sowie die Auspuffgase von Diesel- und Benzinautos ihren Anteil an der Verschmutzung haben.

“Aber ihr benutzt die Kraftstoffe ja nur in Autos, LKWs und Bussen, eigentlich nirgendwo sonst. Das ist sehr eigenartig. Und das muss man untersuchen. Ihr könnt das Problem nicht lösen, wenn ihr seine Ursache nicht kennt.” sagte Professor Anderson.

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