Erdbeben und keine Entwarnung Skip to content

Erdbeben und keine Entwarnung

Die Erde unter dem Vulkan Bárðarbunga hat in der letzten Nacht zweimal heftig gebebt. Das erste Beben der Stärke 5,3 ereignete sich gegen Mitternacht, das zweite der Stärke 5,0 heute morgen um halb sechs, ist auf der Überwachungsseite des isländischen Wetterdienstes zu lesen. Das erste Beben war das stärkste seit dem Vulkanausbruch am Gjálp im Jahr 1996. Beide Beben wurden von der europäischen Erdbebenzentrale bestätigt. Die starken Beben ereignen sich am Calderarand des Bárðabunga selbst, die meisten Beben jedoch am Dyngjujökull, was Forscher auf den Drucknachlass durch Magmaabstrom in den 25 Kilometer langen Instrusionskanal in Richtung Dyngjujökull erklären. Der Kanal verlängere und verenge sich, möglicherweise sei auch noch mehr Lava auf dem Weg in den Kanal, wie neuste GPS-Messungen andeuten.

Bislang gibt es keine Anzeichen für eine Eruption.

Schon am gestrigen Abend hatte der Geophysiker Magnús Tumi Guðmundsson in einem Interview mit RÚV einen Vulkanausbruch, wie er gestern in den Medien gemeldet worden war, stark in Zweifel gezogen. Es gebe keinerlei Hinweise auf einen gestiegenen Wasserpegel oder Eisschmelze, und nur die Zeit würde zeigen, ob die seismische Aktivität mit einem Ausbruch ende oder nicht. Es wäre jedoch unverantwortlich gewesen, keine Warnung herauszugeben, um vor solch einer Gefahr zu warnen.

Das generelle Flugverbot über dem Vulkan und die Sperrung des den Vulkan umgebenden Hochlandes für die Allgemeinheit bleiben weiterhin bestehen. Mitglieder der isländischen Rettungswacht Björgunarsveit, die schon den ganzen Sommer über im Hochland unterwegs gewesen waren, um Reisenden zu helfen, stehen seit der Sperrung Tag und Nacht Wache an der Zufahrtstraße zum Dyngjujökull. Immer noch seien ziemlich viele Leute unterwegs im Hochland, man arbeite darauf hin, daß zumindest niemand mehr dort im Zelt übernachtet.

Hier finden Sie die aktuelle Karte der Straßensperrungen.

Hier gibt es eine Zusammenstellung der Webcams auf das Vulkangebiet.

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