Ehrengast Island stellt sich vor Skip to content

Ehrengast Island stellt sich vor

Die Eröffnungsfeier der 63. Frankfurter Buchmesse begann gestern mit dem Einzug des isländischen Ehrengastes, der Mitarbeiter von Sagenhaftes Island, die den Ehrengastauftritt vorbereitet hatten, und zahlreichen isländischen Schriftstellern.

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Die Autoren.

Nach den Reden des Vorstehers des Börsenvereins, Prof. Dr. Gottfried Honnefelder, des Direktors der Buchmesse Juergen Boos sowie Vertretern von Stadt und Land ergriffen zwei isländische Autoren das Wort.

Arnaldur Indridason, international bekannt durch seine Kriminalromane um den Kommissar Erlendur, begann seine Rede mit folgenden Worten:

„Am Beginn dieser wunderbaren Buchmesse in Frankfurt, auf der isländische Literatur im Vordergrund steht, empfinden wir Isländer vor allem Demut und Dankbarkeit. Demut gegenüber einem so grossen literarischen Ereignis, bei dem unsere Geschichten geehrt werden. Dankbarkeit dafür, dass uns die Möglichkeit eröffnet wird, zu zeigen, was wir der Welt auf dem Gebiet der Literatur zu bieten haben.“

Arnaldur verwies in seiner Rede unter anderem auf den Einfluss, den die isländische Literatur, insbesondere die Edda und die Sagas, auf Autoren wie Borges und Tolkien ausgeübt hat, und betonte, Island werde weiterhin seinen Beitrag zur Weltkultur leisten. Weiter sagte der Schriftsteller:

„Unsere Freunde in Deutschland haben über die Jahre eine wichtige Rolle bei der Verbreitung isländischer Literatur auf der ganzen Welt gespielt. […] Und nun haben diese guten Freunde uns eingeladen, Ehrengast auf dem grössten Bücherfest der Welt zu sein, sodass wir die Gelegenheit bekommen, zu zeigen, dass unsere Literatur Zeugnis für die Bedeutung des Kleinen ist.“

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Die Eröffnung. Von links nach rechts Prof. Hennefelder, Guido Westerwelle, Ólafur Ragnar Grímsson mit Gattin.

Die junge Schriftstellerin Gudrún Eva Mínervudóttir, deren Roman „Der Schöpfer“ gerade auf Deutsch erschienen ist, spielte in ihrer Rede mit dem Island-Stereotyp des „edlen Wilden“, ein Bild, das die Isländer „immer eher genutzt“ hätten, als sich „dagegen zu wehren“.

Nach der Ansprache von Aussenminister Guido Westerwelle, der das kleine Land Island als „Gigant in der Literatur“ würdigte, folgte als letzter Redner der isländische Präsident Ólafur Ragnar Grímsson. In einer wahrhaft „blumigen“ Rede stellte er Islands Beitrag zum globalen „Garten der Dichtung“ vor.

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Der isländische Pavillon. Fotos: bv.

Anschliessend lud das Ehrengastland in den isländischen Pavillon ein. Die Pressevertreter hatten bereits am Mittag Gelegenheit zur Besichtigung gehabt. Eine Frankfurter Journalistin, die regelmässig die Buchmessen besucht, freute sich über die warme und gemütliche Atmosphäre.

Dies sei auch angesichts der Eröffnungspressekonferenz, die in der Agora zwischen Autos und Druckern stattgefunden hatte, keine Selbstverständlichkeit mehr.

Im isländischen Pavillon taucht der Besucher ein in grossflächige Naturlandschaften und eine lebendige Welt der Bücher. Auf den Bildwänden sieht man Isländern jeden Alters in ihren häuslichen Bibliotheken beim Lesen zu. Einer nach dem anderen beginnt vorzulesen, ruhig, ohne gleichzeitiges Stimmengewirr.

Auf den Aussen- und Innenseiten eines Würfels werden bewegende Ansichten von Island aufgespielt. Dann tritt der Besucher ein in einen Wohnraum mit Sofas und Bücherwänden – ein Lese-, Schreib- und Gesprächsraum, vorgestellte Welt und realer Raum zugleich.

Heute öffnete die Messe für die Fachbesucher. Auch die Iceland Review Online ist am isländischen Gemeinschaftsstand vertreten und berichtet „live“. Sie finden uns in Halle 5.0, A933.

Bernhild Vögel

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