Egill darf nicht OK sagen Skip to content

Egill darf nicht OK sagen

Dänen, Norweger und Schweden können die Isländer-Sagas jetzt in einer modernen Übersetzung in ihrer Muttersprache lesen.

50 Übersetzer haben mehrere Jahre an dem Mammut-Projekt gearbeitet. Das Projekt gipfelte gestern in der offiziellen Veröffentlichung der brandneuen Bände. Einer der Herausgeber erklärte, es sei eines der größten Übersetzungsprojekte der Neuzeit gewesen.

Die Bände wurden im Rahmen eines Festakts im Konzert- und Konferenz-Zentrum Harpa in Reykjavík vorgestellt, und auch die Kulturminister aller nordischen Länder saßen im Publikum. Sie bekamen auch die ersten Exemplare der Bücher überreicht.

Die Idee, die Sagas in aktuelle skandinavische Sprache zu übertragen, hatte der Verleger bereits vor 25 Jahren. Nun konnte er endlich sehen, wie sein Traum in Erfüllung ging und Früchte trägt. Unterstützt wurde das Projekt mit erheblichen Finanzspritzen aus Norwegen, Dänemark, Schweden und Island.

Jóhann Sigurðsson sagte, viele Leute hätten gedacht, er müsse verrückt sein, ein solches Projekt stemmen zu wollen.

„Aber ich denke, ich konnte das widerlegen, denn am Ende hat alles geklappt”, erklärte er gegenüber RÚV.

Der isländische Premierminister Sigmundur Davíð Gunnlaugsson, der sich ebenfalls unter den Festgästen befand, verriet, die isländische Regierung habe beschlossen zu ermöglichen, die Übersetzungen in den nächsten Jahren schrittweise im Internet zugänglich zu machen.

Jon Gunnar Jørgensen, Herausgeber der norwegischen Ausgabe, glaubt, das Projekt sei die größte koordinierte Übersetzungsarbeit, die jemals in der nordischen Region durchgeführt wurde: „Ich kann mich an keine größere erinnern, und wenn man die drei Projekte zusammennimmt – Norwegisch, Schwedisch und Dänisch – dann arbeiteten 50 Übersetzer daran. Es sind 2.500 Seiten in jeder Sprache. Es ist wirklich Weltspitze”, fand er.

Annette Lassen, Herausgeberin der dänischen, und Kristinn Jóhannesson, Herausgeber der schwedischen Fassung, sagten, die Problemstellungen seien genauso wie die Lösungen gewesen, nämlich vielfältig. Und alle Sprachen seien im gleichen Maße herausfordernd gewesen.

Im Hinblick auf die Aktualität der verwendeten modernen Sprache mussten sehr strenge Grenzen gezogen werden, so Kristinn, auch wenn diese nicht ganz einfach zu erklären seien.

„Wir konnten weder zu altmodische, noch zu neumodische Begriffe verwenden. Und wir hatten ständig mit Fragen zu kämpfen wie: Ist es OK für Egill Skallagrímsson, OK zu sagen? Nein, das ist nicht OK”, sagte Kristinn. Es sei wichtig gewesen, fährt er fort, dass der Text nicht einfach nur modern würde, sondern auch schön.

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