Drogenschmuggelurteile auf unter 10 Jahre Haft gemildert Skip to content

Drogenschmuggelurteile auf unter 10 Jahre Haft gemildert

Das Oberste Gericht hat gestern die Haftstrafe der Niederländerin Mirjam Foekje van Twuijver wegen Drogenschmuggels von elf Jahren auf acht Jahre gemildert, berichtet RÚV. Das Urteil des Reykjavíker Bezirksgerichts in dem Fall war das schwerste Urteil in einem Schmuggelfall in Island gewesen. Mit der Urteilsmilderung sind nun alle Höchststrafen in Drogenfällen auf zehn Jahre und weniger vermindert worden.

Im Oktober vergangenen Jahres war Mirjam wegen Schmuggels von etwa 20 Kilogramm Rauschgift verurteilt worden. Das Urteil hatte für Aufsehen gesorgt, weil Mirjam als Drogenbotin verurteilt worden war. Die Höchststrafe liegt bei 12 Jahren Haft.

Die Ausschöpfung des Urteilsrahmens war seinerzeit kritisiert worden, weil die Angeklagte ihre Tat gestanden und bei den polizeilichen Ermittlungen geholfen hatte.

Das Oberste Gericht hingegen hatte angeführt, dass die beispiellos grosse Menge an starkem Rauschgift, die sie wider besseren Wissens ins Land gebracht hatte, die hohe Haftstrafe gerechtfertige. Ihre Kooperationsbereitschaft wurde ihr beim Strafmass positiv angerechnet. Dass ihre Hinweise auf massgebliche Hintermänner zu keinem Erfolg geführt hätten, sei nicht ihr zur Last zu legen.

Im gleichen Fall hatte Atli Freyr Fjölnisson wegen Entgegennahme und Weiterreichung der Drogen fünf Jahren Gefängnisstrafe erhalten, das Gericht milderte die Strafe auf vier Jahre.

Mirjam war am Keflavíker Flughafen zusammen mit ihrer 17-jährigen Tochter festgenommen worden, im Gepäck der beiden hatten sich neun Kilo Amphetamin, zehn Kilo MDMA und etwa 200 Gramm Kokain befunden. Die Tochter war drei Wochen später wieder freigelassen worden und hatte das Land verlassen dürfen, da nichts darauf schliessen liess, dass sie von dem Drogenschmuggel gewusst hatte. Die Schwere von Mirjams Urteil orientierte sich an der Reinheit der Drogen und an ihrer Menge.

Ähnlich lange Gefängnisstrafen hatten vor Mirjam drei Männer erhalten. Im Jahr 2009 waren Peter Rabe und Rúnar Þór Róbertsson vom Reykjavíker Bezirksgericht zu 10 Jahren Haft verurteilt worden, Árni Hrafn Ásbjörnsson erhielt neun Jahre Haft. Die drei Männer hatten 55 Kilogramm Amphetamin, 54 Kilogramm Kannabis und 9.432 Tabletten MDMA ins Land geschmuggelt.

Für die Herstellung von Rauschgift in Island war im Jahr 2009 Jónas Ingi Ragnarsson zu elf Jahren Haft verurteilt worden, die Strafe wurde auf zehn Jahre gemildert. Tindur Jónsson erhielt in der gleichen Sache acht Jahre Gefängnisstrafe.

Nur einmal wurde der gesetzliche Rahmen von 12 Jahren voll ausgeschöpft, als der Österreicher Kurt Fellner im Jahr 2002 wegen Rauschgiftschmuggels verurteilt wurde. Sein Urteil wurde später auf neun Jahre gemildert.

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