Diskriminierungsvorwurf gegen Blutbank Skip to content

Diskriminierungsvorwurf gegen Blutbank

blodbankinn-logoÚlfar Logason, ein 18 Jahre alter Schüler, hat wegen „rechtswidriger Vorschriften bei der Blutspende“ eine Verwaltungsbeschwerde an das Sozialministerium gerichtet. Als er diesen Monat Blut spenden wollte, wurde er auf Grund seiner sexuellen Orientierung abgewiesen.

Die Blutbank hat festgelegt, dass ein Mann nicht Blut spenden kann, wenn er mit einem anderen Mann sexuelle Beziehungen unterhält. Logason fordert die Aufhebung des Verbotes und eine Erklärung, worauf diese Vorschrift beruht, berichtete Morgunbladid.

In einem Interview vor zwei Wochen sagte Logason: „Ursprünglich wollte ich nur die Geschichte an die Presse weitergeben, aber dann engagierte ich einen Rechtsanwalt, der Spezialist für Menschenrechte ist.“

Logasons Anwalt, Páll Rúnar Mikael Kristjánsson, erklärte, seines Wissens sei die Blutbank wegen ihrer Vorschriften bisher noch nicht verklagt worden, es habe aber Anfragen dazu gegeben.

Der leitende Arzt der Blutbank, Sveinn Gudmundsson, sagte, Studien im Ausland hätten ergeben, dass sich das Risiko verschiedener Erkrankungen bei Männern, die Sex mit anderen Männern haben, vervielfache.

Kristjánsson jedoch meinte, solche Studien müssten erst einmal in Island durchgeführt werden, bevor man solche Vorschriften schafft: „Es ist nicht genug, zu behaupten, es gäbe ein gewisses Risiko in grossen Städten des Auslandes und das auf Island zu übertragen.“ Der Anwalt fordert eine Argumentation für diese Vorschrift.

Er ist auch der Meinung, die Isländer würden mit gutem Beispiel vorangehen, wenn sie die Risikofaktoren selbst erforschten: „Jeder Fall müsste bewertet und eine kundige Entscheidung auf der Basis von sicheren Fakten getroffen werden, aber nicht wahllos, weil dann eine grosse Gruppe von Menschen, die etwas Gutes beabsichtigt, diskriminiert wird.“

Der Anwalt hat die Klage vor einer Woche eingereicht und beantragt, den Fall innerhalb von 14 Tagen zu behandeln.

Úlfar Logason ist optimistisch, dass die Vorschriften mit Hilfe seiner Anstrengungen geändert werden. „Wie viele Menschen hätten vor zehn Jahren gedacht, dass Homosexuelle in Island heiraten können? Ich würde mich freuen, wenn wir das erste Land sein werden, das auch dies erlaubt.“

bv

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