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Das Bedauern des Bischofs

Nach einem Interview mit Gudrún Ebba Ólafsdóttir, der Tochter des verstorbenen Bischofs Ólafur Skúlason am Sonntag im staatlichen TV-Sender RÚV veröffentlichte das Büro des isländischen Bischofs eine Erklärung, in welcher Bedauern darüber ausgedrückt wird, dass man auf ihren Bericht über Missbrauch durch den eigenen Vater nicht unmittelbar reagiert habe.

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Bischof Karl Sigurbjörnsson. Foto: Páll Stefánsson.

Der derzeitige Amtsinhaber Karl Sigurbjörnsson, an den Ólafsdóttir sich gewandt hatte, war nicht willens gewesen, Fragen der Presse zu beantworten, weder vor Veröffentlichung der Erklärung, noch danach, berichtet das Fréttabladid.

In der Erklärung heisst es, das Interview habe Gefühle von grosser Traurigkeit und Ärger in der Öffentlichkeit aufgerührt, aber auch Bewunderung für Ólafsdóttirs Tapferkeit, ihre Würde und ihre Ausdauer.

„Wir durchleben hier alle einen schmerzhaften Lernprozess. Es ist bedauerlich, dass Gudrún Ebbas Bericht an den Kirchenrat im Jahr 2009 nicht sofort beantwortet wurde, und der Bischof hat sich für dieses Verhalten bereits öffentlich entschuldigt, sowohl privat als auch schriftlich. Dennoch soll hervorgehoben werden, dass die Kommunikationsfehler keinen Einfluss darauf haben, wie ihr Fall behandelt worden ist,“ heisst es in der Erklärung.

Unterschrieben wurde sie von Sigurbjörnsson, sowie den Suffraganbischöfen von Hólar und Skálholt, Jón Adalsteinn Baldvinsson und Kristján Valur Ingólfsson.

Ingólfsson wollte sich zu dem Fall nicht weiter äussern. „Da ich das bischöfliche Büro vertrete, möchte ich meine eigenen Standpunkte darüber, welche Entscheidungen der Bischof von Island getroffen hat, nicht in einer Pressemitteilung darlegen,“ sagte er.

„Diese Fälle durchlaufen einen Prozess. Ich denke, es ist nicht an der Zeit, sie weiter zu kommentieren.“ Er bezieht sich damit auf weitere Fälle von Frauen, die Skúlason des sexuellen Missbrauchs beschuldigen.

Auf die Frage, ob Sigurbjörnsson zurücktreten solle, sagte Ingólfsson, „Der Bischof sollte nicht zurücktreten für etwas, was Ólafur Skúlason getan hat.“

Das Fréttabladid versuchte vergeblich, Baldvinsson für einen Kommentar zu erreichen.

Hier finden Sie mehr über die Fälle von sexuellem Missbrauch.

DT

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