Brasilianische „Südisländer“ suchen nach ihren Wurzeln Skip to content

Brasilianische „Südisländer“ suchen nach ihren Wurzeln

Nachkommen von Isländern, die im späten 19. Jh. ausgewandert sind, suchen nach den Wurzeln ihrer Familien und möchten eine Städtepartnerschaft mit der nordisländischen Stadt Akureyri begründen.

akureyri-summer_psAkureyri. Foto: Páll Stefánsson/Iceland Review.

Man schätzt, dass heute hunderte von islandstämmigen Brasilianern in Brasilien leben. Mario Reikdal Dos Santos leitet den isländischen Verein AISBRA. Sein Großvater mütterlicherseits stammte aus Island, berichtet das Fréttablaðið.

„Der Name meines Großvaters war Karl Magnús Albertsson. Er war in Brasilien geboren, seine Eltern waren isländische Einwanderer. Später nahm er den Namen Reikdal an, weil die Eltern als dem Reykjadalur stammten,“ sagte Dos Santos.

Er sei sich seiner Herkunft immer bewusst gewesen. „Ich habe eine wertvolle Erinnerung aus meinem fünften oder sechsten Lebensjahr. Meine Geschwister und ich saßen im Bett mit unserer Mutter, die uns ein National Geographic Heft zeigte und uns vom Land aus Feuer und Eis erzählte. Sie sagte, dass wir dort unsere Wurzeln hätten und erzählte Geschichten, die sie von ihren Großeltern gehört hatte.“

Dos Santos ist dreimal in Island gewesen, zum ersten Mal im Jahr 1997, und ist damit der erste Island-Brasilianer, die das Land seiner Vorfahren besucht hat. „Ich bin kein emotionaler Typ, aber als ich in einem Buchlanden Jón Hilmarssons Buch zur Geschichte Islands öffnete und das Kapitel über die Emigration nach Brasilien überflog, habe ich angefangen zu weinen. Das hat mich zutiefst berührt.“

Die meisten Emigranten kamen aus Nordisland. Sie nahmen das Schiff von Akureyri und ließen sich in Curbita in Südbrasilien nieder. Der isländische Verein AISBRA würde daher gerne eine Städtepartnerschaft mit Akureyri begründen.

Beide Städte haben sich darauf verständigt, doch der Bürgermeister von Akureyri, Eiríkur Björgvinsson, möchte erst die Formalitäten erledigen. „Das ist eine begrüßenswerte Entwicklung und hoffentlich können wir die Beziehungen ausbauen, weil diese 150 Jahre alte Geschichte sehr interessant ist.“

DT

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