Aus dem Finanzministerium: die Gesamtstaatsschuld Skip to content

Aus dem Finanzministerium: die Gesamtstaatsschuld

Eine am 16. März veröffentlichte Pressemitteilung des isländischen Finanzministeriums deckt auf, dass sich die Gesamtschulden des Staatshaushaltes Ende 2009 auf 78 Prozent des Bruttosozialproduktes belaufen. Die Nettoschulden (also die ohne die Vermögenswerte) werden mit 39 Prozent des BSP beziffert.

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In der Pressemitteilung heisst es dazu:

„Die umfangreichen Vermögenswerte in Finanz- und Energiebeteiligungen gleichen die Nettoschulden des Staatsschatzes aus. Der Finanzminister hat kürzlich eine Strategie für ein Schuldenmanagement des Staatsschatzes bis 2014 abgesegnet.

Die verfügbaren Mittel des Staatsschatzes sind solide und können Rückzahlungen bis ins kommende Jahr abdecken. Die Aussichten für Kreditaufnahmen sind gut.

In den vergangenen Tagen hatte es Debatten über die Schulden und das Schuldenmanagement des Staatsschatzes gegeben (siehe dazu auch diesen Artikel).

Aus diesem Grund möchte das Finanzministerium folgende Informationen zur Schuldenlage und Schuldenentwicklung veröffentlichen.

In Folge des Bankenkollapses stieg die Gesamtschuld des Staatsschatzes von 310 Mrd. Kronen in 2007 auf 1,176 Mrd. Kronen zum Ende des Jahres 2009. Die Gesamtschuld betrug damit Ende 2009 78 Prozent des isländischen Bruttosozialproduktes.

Nach einem mittelfristigen Finanzierungsplan, der vergangenen Herbst dem Althing vorgelegt worden war, soll es möglich sein, die Finanzen des Staatsschatzes bis 2012 wieder ins Lot zu bringen und für 2013 einen Überschuss zu erzielen. Nach diesem Programm wird die Schuld schon dieses Jahr und bis ins nächste Jahr hinein sinken.

Betrachtet man die Entwicklung der Schulden, ist es wichtig, auf die Quelle ihres Anstiegs hinzuweisen. Der Grossteil des Schuldenanstiegs geht auf das Konto von Investitionen in Vermögenswerte, die die Schuldenanhäufung spiegeln.

Die Auslandsschulden des Staatsschatzes belaufen sich auf 356 Mrd. Kronen zum Ende von 2009, sie stehen jedoch 281 Mrd. Kronen in ausländischen Währungsreserven gegenüber. Die Nettoschulden belaufen sich daher auf 75 Mrd. Kronen.

Die Schulden aus der Wiederherstellung des Bankensystems belaufen sich auf 186 Mrd. Kronen. Diese Summe wird ausgeglichen durch entsprechenden Kapitalbesitz und an die Banken vergebene Kredite. Die Schulden auf dem Inlandsmarkt belaufen sich auf 625 Mrd. Kronen, denen Staatsguthaben bei der Zentralbank von 164 Mrd. Kronen gegenüberstehen.

Der Fiskus hat für den Staatsschatz ein aktives Schuldenmanagement in Anwendung gebracht, eine Strategie, die vergangenes Jahr in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Währungsfond und weiteren Haushaltsexperten erarbeitet worden war.

Die Strategie schreibt Ziele und Kriterien für ein Schuldenmanagement für die kommenden Jahre fest. Die Zahlungsfähigkeit des Staatsschatzes ist gut, seine Einlagen bei der Zentralbank werden auf 164 Mrd. Kronen zum Ende des letzten Jahres beziffert.

Der Fiskus kann ist daher in der Lage, dieses Jahr fällig werdende Kredite von 130 Mrs. Kronen zu refinanzieren. Der finanzielle Bedarf, der durch die Defizite entstanden war, kann über den inländischen Anleihenmarkt gedeckt werden. Hier zeigt sich auch das Vertrauen inländischer Investoren in den Fiskus.

Die folgende Tabelle zeigt Vermögen und Schulden des Staatsschatzes am Ende von 2009.

Die Staatsschuld ist unterteilt in inländische und ausländische Schulden. Das finanzielle Vermögen besteht aus vergebenen Krediten und Einlagen.

Schulden 2009 BSP

Inlandsschulden

– Marktabsicherung 439

– Bankenrefinanzierung 186

– andere Inlandsschulden 195

Auslandsschulden

– Auslandsschulden 356

Gesamtschuldensumme: 1176; 78%

Vermögen

Einlagen und vergebene Kredite 596, 40%

Nettoschulden 580; 39%

Übersetzung: Dagmar Trodler.

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