Auftakt der nationalen Abkommensgespräche in Island Skip to content

Auftakt der nationalen Abkommensgespräche in Island

By Iceland Review

Gestern begannen Gespräche im Rahmen des „nationalen Abkommens“ mit fast 60 Repräsentanten von Gewerkschaften, Angesteltenvereinen, lokalen Behörden und dem Staat, um gemeinsame Wege bei Themen wie Wirtschaft, Lohn und soziale Probleme zu finden. Die Ergebnisse müssen bis zum 9. Juni vorliegen.

Präsident des ASÍ Gylfi Arnbjörnsson. Copyright: Icelandic Photo Agency.

„Es ist sehr besonders, dass all diese wichtigen Parteien kooperieren und das die Regierung entschlossen ist, bei den Gesprächen teilzunehmen,“ sagte Gylfi Arnbjörnsson, Präsident des Gewerkschaftsbundes (ASÍ) gegenüber der Zeitung Fréttabladid.

Der Minister für soziale Angelegenheiten Árni Páll Árnason äusserte sich gestern nach seiner Teilnahme an der Sitzung, dass es wichtig und erfreulich ist, dass die Vertreter des Arbeitsmarktes diese Themen mit solch einer Verantwortung angehen.

„Und natürlich fordert dies förmlich die Regierung heraus, sich bei dem Abkommen zu beteiligen,“ kommentierte Árnason. Es gibt keine Richtlinien für diese Verhandlungen.

„Es gibt momentan viele verschiedene Meinungen und verschiedene Interessen, aber wird müssen zusammen arbeiten, um Lösungen für die ganzen Probleme zu finden. Wenn dies in einem umfassenden Abkommen erreicht wird, kann es vielleicht passieren, dass mit der Zeit diese Art als „nationales Abkommen“ bekannt wird,“ sagte Arnbjörnsson.

Eine ähnliche Vereinbarung wurde 1990 zwischen der Regierung und den Vertretern des Arbeitsmarktes erreicht, aufgrund wirtschaftlicher Probleme im vorhergehenden Winter. Dieses Abkommen ist bekannt als „nationale Versöhnung“ oder „thjódarsátt” im Isländischen.

Arnbjörnsson wies darauf hin, dass die Verhandlungspartner im Interesse von fast 150.000 Leuten handeln, das ist fast die Hälfte aller in Island lebenden Menschen.

Die Überprüfung der Gehaltsverträge und Lohnerhöhungen, welche eigentlich Anfang des Jahres stattfinden sollte, wurde aufgrund der Krise verschoben. Arnbjörnsson zeigt sich zuversichtlich, dass dies jetzt ebenfalls diskutiert werden kann und man auch hier zu einer akzeptable Lösung finden könnte.

Der Geschäftsführer des isländischen Arbeitgeberbundes (SA) Vilhjálmur Egilsson stimmt zu, dass die Gespräche über Vertragsverlängerungen ihre Wichtigkeit haben, genauso wie die Gehaltsentwicklung auf dem allgemeinen und dem öffentlichen Arbeitsmarkt.

„Die Leute wollen darüber sprechen, wie die Chancen auf dem Arbeitsmarkt stehen, um die Ergebnisse auch umzusetzen und diese Gehaltserhöhungen bezahlen zu können. Auch welche Möglichkeiten exisiteren, um die Leute nicht kündigen zu müssen,“ fügte Egilsson fort.

Egilsson schlägt ein „Stabilisierungspakt“ vor, welcher die Ziele für eine Wirtschaft in Hinblick der Inflation, des Leitzsins, der Währungspolitik und Arbeitslosenzahlen festlegt. „Wir haben auch betont, dass die Währungsbeschränkungen und die Rückführung der Fischfangquote abgeschafft werden müssen.“

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