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Auf neuen Ausbruch vorbereitet

Der US-Sender Fox News schreckte seine Zuschauer mit der hochdramatischen Story über einen potentiellen Ausbruch des Vulkans Katla.

Katla verbirgt sich unter dem Mýrdalsjökull Gletscher. Foto: Páll Stefánsson.

„Eine Situation entwickelt sich in Island – kein Land, über das wir normalerweise berichten, aber heute gibt es einen guten Grund dafür – von der einige Wissenschaftler sagen, sie könne den ganzen Planeten bedrohen. Das ist alles. Einfach den Planeten!“, rief die Fox-Nachrichtensprecherin Megyn Kelly.

Eingeblendet waren die Schlagzeilen „Eruption in Island erregt Angst. Zweiter Vulkan ist bereit auszubrechen“.

Unterdessen bereitet man sich in Island fernab von jeder Panikmache auf einen möglichen Ernstfall vor.

Schüler und Lehrer der Grundschule der Gemeinde Mýrdalshreppur probten am Mittwoch die Evakuierung im Falle eines Ausbruchs von Katla. Dieser Vulkan verbirgt sich unter der Eiskappe des Gletschers Mýrdalsjökull.

Wissenschaftler haben auf eine Verbindung zwischen den Vulkanen im Eyjafjallajökull, der die gegenwärtige Eruption verursacht, und Katla hingewiesen. Katla bricht alle 40 bis 80 Jahre aus. Die letzte grössere Eruption war 1918; sie verursachte einen enormen Gletscherlauf. Der Ort Vík könnte in Gefahr geraten, wenn Katla ausbricht.

Ein vor drei Jahren vom Amt für Zivilschutz erstellter „Bereitschaftsplan für Reisende“ informiert auch auf deutsch detailliert über die Gefahren eines möglichen Katla-Ausbruches, Fluchtwege sowie richtiges Verhalten.

Fast 400 Menschen besuchten eine öffentliche Veranstaltung in Hvolsvöllur, auf der am Mittwoch die Lage nach dem Vulkanausbruch am Fimmvördurháls diskutiert wurde, berichtete Morgunbladid.

Die Vertreter des Zivilschutzes, der Gemeinde, der isländischen Lebensmittel- und Veterinärbehörde und des öffentlichen Gesundheitsdienstes informierten die Zuhörer über mögliche Konsequenzen der gegenwärtigen Eruption, diskutierten die Evakuierung von vergangener Samstagnacht und beantworteten zahlreiche Fragen der Einwohner.

Diskutiert wurde auch ein möglicher Ausbruch in der Kraterspitze des Vulkans Eyjafjallajökull – die gegenwärtige Eruption am Fimmvördurháls verläuft nicht unterhalb der Eiskappe.

Wissenschaftler sagten, eine Verlagerung der Ausbruchsstelle sei möglich, aber ziemlich unwahrscheinlich. Auch die Gefahr einer Flutwelle im Fluss Skógaá bestände nur, wenn sich die Eruption zu einer bestimmten Spalte hinbewegen würde.

Jens Jóhannsson, der in Teigur in Fljótshlíd in unmittelbarer Nähe des Vulkans lebt, achtet auf eine mögliche Fluorbelastung, die den Tieren, besonders den Schafen gefährlich werden könnte. Doch ebenso wie die Touristen, die ins Tal kommen, ist Jóhannsson von dem Anblick des aktiven Vulkans fasziniert:

„Die Feuersäule reicht hoch in den Himmel und wir beobachten ein rotes Glühen. Gerade sehe ich vier, fünf Säulen und hier auf den Landstrassen herrscht reger Verkehr. Ich finde es toll, dass ich das von meinem Küchenfenster aus beobachten kann.“

Wie bereits berichtet, wurde auf dem Berg Thórólfsfell (595m), der sich über dem Tal Fljótshlíd erhebt, eine Webcam installiert.

Touristikunternehmen bieten nun Rundflüge über das Eruptionsgebiet an.

Thyrluthjónustan startet fünfundzwanzigminütige Helicoptertouren von Skógar aus, die 43.000 ISK (248 Euro) pro Person kosten. Eine Mindestzahl von 4 Passagieren pro Flug ist notwendig.

Die Helikopterflüge von Nordurflug sollen abhängig von der Flugdauer zwischen 35.000 und 50.000 ISK (202 bis 288 Euro) kosten und vom Hotel Rangá starten, das zwischen Hella und Hvolsvöllur liegt.

Nur sehr erfahrene Winterwanderer sollten die Tour zum Fimmvörduháls-Pass unternehmen, die von Skógar aus mindestens fünf Stunden (nur Hinweg!) dauert. Die Sicherheitshinweise von ICE-SAR sollten genauestens beachtet werden.

Es ist verboten, mit Kraftfahrzeugen auf den Pass zu fahren. Zwei Jeeps sind am Mittwoch dort stecken geblieben und mussten geborgen werden.

Klicken Sie hier, um die aktuellen Sicherheitsrichtlinien des Zivilschutzes zu lesen und lesen Sie hier mehr zum Ausbruch.

Übersetzt und ergänzt von Bernhild Vögel.

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