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Angeschlagenes Leseratten-Image

Es wird Zeit für die Isländer, der Tatsache ins Auge zu sehen, dass viele Kinder Analphabeten in dem Sinne sind, dass sie nicht in der Lage sind, effektiv zu lesen, was ihre Chancen auf höhere Bildung und damit die aktive Teilnahme an der Gesellschaft erheblich einschränkt. Dies erklärte Bildungsminister Illugi Gunnarsson gestern in einem Interview mit Bylgjan.

In der Sendung „Í bítið“ kündigte Illugi eine landesweite Kampagne gegen Analphabetismus in einer Nation, dessen Image seit langem das Bild von bücherliebenden Leseratten ist. Die jüngste PISA-Studie enthüllte allerdings, dass am Ende der Schulpflicht, also etwa mit 15 Jahren, ganze 30 Prozent der Jungen und 14 Prozent der Mädchen nicht in der Lage sind, effektiv zu lesen. Darum gebeten, die Bedeutung von „effektivem Lesen“ zu erläutern, sagte Illugi, damit meine er, dass die Jugendlichen verstünden, was in einem gelesenen Text steht und Fragen dazu beantworten könnten (Anm.: Leseverständnis).

Er erklärte, eine landesweite Kampagne sei notwendig, um gegen dieses Problem anzukämpfen und allen Kindern die gleichen Möglichkeiten für schulische Entwicklung zu bieten. Nicht nur die Schulen seien für den Zustand verantwortlich, meinte er, sondern auch die Eltern müssten mit ihren Kindern lesen, um sicherzustellen, dass sie die Herausforderung meisterten. Er verglich es damit, ein Instrument zu lernen: „Man geht zur Musikschule, um ein Instrument spielen zu lernen, aber man muss daheim üben, um es gut zu spielen.“ Eltern, sagte er, müssten begreifen, dass die Aufgabe nicht allein bei den Schulen liege. Wirtschaftlich und sozial sei es das dringlichste Problem, das Island derzeit anpacken müsse.

Die Kampagne wird sich auf Leseschwierigkeiten in einem frühen Alter konzentrieren. Zwei öffentliche Einrichtungen, das Institut für Studienauswertung und das Nationale Zentrum für Unterrichtsmaterialien, haben sich im Bemühen, das Problem zu bekämpfen, zusammengetan. Sie werden zehn Alphabetisierungs-Berater anstellen, die immer dann auf den Plan treten, wenn bei einer Schule davon ausgegangen wird, dass sie unterdurchschnittlichen Leseunterricht anbietet. Auch bei den Eltern müsse landesweit ein Erwachen stattfinden, fügte Illugi hinzu. Sie müssten sich über ihre bedeutende Rolle bei der Erziehung ihrer Kinder klarwerden.

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