Aluminiumwerke verursachen Moossterben Skip to content

Aluminiumwerke verursachen Moossterben

Aluminiumfabriken in Isand verschmutzen die umliegende Natur derart, dass Pflanzen dort absterben.

Sigurður H. Magnússon, ein Pflanzenökologe beim isländischen Institut für Naturgeschichte, hat gestern eine Studie über die Verschmutzung der Aluminiumwerke veröffentlicht. Zu den giftigen Stoffen, die die Werke in die Natur entlassen, gehören unter anderem Blei, Nickel, Arsen und Antimon, berichtet RÚV.

Die Studie hatte im ganzen Land das Vorkommen von Schwermetallen und Sulfur im Moos gemessen. Die Messungen hatten im Jahr 1990 begonnen und liefen bis zum Jahr 2015, jeweils im Fünfjahresrhythmus. Rings um die Aluminiumwerke wurde die Pflanzenwelt besonders überwacht.

Das Moos war an manchen Orten ganz verschwunden, wie etwa in Straumsvík und in Grundartangi. An einigen Orten in Reyðarfjörður ist der Bewuchs signifikant zurückgegangen.” An allen drei genannten Orten befinden sich Aluminiumwerke.

Wir sind besonders besorgt über den Bleigehalt, weil Blei für den Menschen nicht besonders förderlich ist,” erklarte Sigurður. Das Interview mit ihm hatte im Industriegebiet in Hafnarfjörður stattgefunden, ganz in der Nähe des Aluminiumwerkes Straumsvík. Die Verschmutzung in dem Gebiet ist besorgniserregend, weil die Fabrik neben einem vielbesuchten Naherholungsgebiet im Lavafeld Hellnahraun liegt.

Wir müssen alle Faktoren mit einbeziehen, wenn wir Industrieorte schaffen, weil das grosse Auswirkungen haben kann,” sagt er.

Etagenmoos (Hylocomium splendens) ist eine der beiden Moosarten, die untersucht wurden. “Das ist nirgendwo mehr zu finden. Es war definitiv hier in dem Gebiet. Aber es ist verschwunden, und das Laubmoos (Racomitrium) ist schwer beschädigt.” führt Sigurður weiter aus.

Die Aluminiumindustrie verzeichnet den höchsten Energieverbrauch im Land. Island liegt weltweit auf dem neunten Platz in der Liste der aluminiumproduzierenden Länder. Drei Fabriken gibt es, wie schon erwähnt, im Land, dazu gehören Straumsvík vor den Toren von Hafnarfjörður, Grundartangi im Hvalfjörður und Reyðarfjörður in Ostisland.

Das umstrittene Wasserkraftwerk Kárahnjúkarvirkjun im ostisländischen Hochland war gebaut worden, um das Aluminiumwerk in Reyðarfjörður mit Energie zu versorgen. Für das Kraftwerk sind riesige Gebiete im Hochland in einer Talsperre versenkt worden. Wie der Ökoaktivist und Journalist Ómar Ragnarsson bei Flügen über der Talsperre zeigen konnte, wirbeln von den ausgetrockneten Ufern der Talsperre im Sommer oft gigantische Feinstaubwolken über das Land.

 

 

 

 

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